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Nach Brandkatastrophe mit 259 Toten in Pakistan Kik zahlt 1500 Euro pro Opfer

Stand: 13.03.2015 09:46 Uhr

Der deutsche Textildiscounter Kik zahlt nach der Brandkatastrophe mit mindestens 259 Toten in einer Zuliefererfabrik in Pakistan insgesamt eine Million Dollar (rund 770.000 Euro). Einerseits werde eine Soforthilfezahlung in Höhe von 500.000 Dollar für die Opfer und Hinterbliebenen geleistet, zum anderen würden Maßnahmen für längerfristige Hilfen und zur Verbesserung des Brandschutzes finanziert, teilte das Unternehmen mit.

Rund 1500 Euro pro Opfer - Kritik von Gewerkschaften

Trauer um die Opfer der Brandkatastrophe
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Bei dem Brand waren 259 Arbeiter ums Leben gekommen.

Der Gewerkschaftsvertreter Nasir Mansoor in Karatschi sagte, seiner Vereinigung und der Nichtregierungsorganisation Clean Clothes sei es gelungen, das Unternehmen zur Aufstockung der Zahlungen zu bewegen. Seine Gewerkschaft habe gedroht, vor internationale Gerichte zu ziehen, sollte sich der deutsche Billiganbieter nicht zu seiner Verantwortung bekennen.

Dennoch übte Mansoor Kritik. Nach Medienberichten sagte der Gewerkschafter: "Das ist verdammt wenig, außerdem wissen wir nicht, wann und über wen die Auszahlung erfolgen soll." Kik zahle umgerechnet nur 1930 Dollar (rund 1500 Euro) pro Opfer. Sollte es bei dieser Summe bleiben, wollten überlebende Textilarbeiter Kik verklagen. Ziel müsse es sein, dass alle Opferfamilien eine "akzeptable Entschädigung erhalten".

Jeans für Kik

In der Textilfabrik Ali Enterprises in Karatschi, in der es im September gebrannt hatte, waren Jeans für das deutsche Unternehmen genäht worden. Der Brand hatte unzureichende Brandschutzmaßnahmen in der Fabrik ans Licht gebracht. So waren unter anderem die Fluchtwege versperrt und Fenster vergittert. Die Regierung in Islamabad hat mehr als hundert Familien bereits 700.000 Rupien (5600 Euro) gezahlt. Viele Hinterbliebene von Umgekommenen und verletzte Angestellte der Fabrik warten jedoch noch auf ihre Zahlung.

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