Sonderlösung für isländischen Sicherungsfonds Deutsche Kaupthing-Sparer erhalten ihr Geld zurück

Stand: 22.11.2008 19:46 Uhr

Tausende deutsche Kleinanleger der angeschlagenen isländischen Bank Kaupthing sollen ihre Einlagen zurückerhalten. In dem Sonderfall sei gemeinsam mit den Niederlanden und Großbritannien eine Lösung gefunden worden, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Laut dem Bericht handelt sich um rund 308 Millionen Euro, die deutsche Kunden bei der Bank angelegt haben. Der isländische Einlagensicherungsfonds werde mit deutscher Unterstützung das Geld an die Kunden auszahlen, so Steinbrück.

Deutsche Steuerzahler springen ein

Kaupthing-Filiale in Island
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Vorerst erhalten deutsche Kaupthing-Anleger dank Geldern aus dem Bundeshaushalt ihre Einlagen zurück.

Island ist wie kaum ein anderes Land von der Finanzkrise betroffen. Die Details zur Auszahlung organisiert der isländische Fonds, wie der Sprecher des Ministeriums, Stefan Olbermann mitteilte. "Ich gehe davon aus, dass es noch eine gewisse Zeit dauern wird".

Die Bundesrepublik gewährt demnach dem isländischen Einlagensicherungsfonds einen Kredit in Höhe der 308 Millionen Euro. Das Geld soll aus dem Bundeshaushalt kommen.

30.000 deutsche Sparer betroffen

Bei Kaupthing haben etwa 30.000 deutsche Sparer Geld angelegt. Wochenlang gab es Befürchtungen, dass sie zumindest ein Teil ihres Geldes verlieren könnten.

Die Kaupthing Bank gehört zwar dem isländischen Einlagensicherungsfonds an. Er schützt aber nur Guthaben bis zu 20.887 Euro ab und auch nur, wenn die Gesamtsumme des Fonds ausreicht.

Deutsche Kaupthing-Filiale blockiert

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin verhängte bereits im Oktober ein Moratorium gegen die deutsche Kaupthing-Niederlassung in Frankfurt am Main. Um die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern, darf das Geldinstitut Kundengeld weder annehmen noch auszahlen. Die Bank hatte in Deutschland mit besonders hohen Zinsen für Tagesgeldkonten geworben.

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