Galeria Kauhof | Bildquelle: dpa

Kaufhof Kein Verkauf - aber Stellenabbau

Stand: 07.02.2018 22:28 Uhr

Die angeschlagene Warenhauskette Kaufhof wird nicht an den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa verkauft. Damit sind Pläne für eine deutsche "Warenhaus AG" wohl endgültig vom Tisch.

Der kanadische Warenhauskonzern "Hudson's Bay Company" (HBC) will seine angeschlagene deutsche Warenhaustochter Kaufhof nicht an den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa verkaufen. Der Aufsichtsrat habe ein entsprechendes Signa-Angebot einstimmig abgelehnt.

Die Emtscheidung bedeutet das Aus für Pläne zu einer deutschen "Warenhaus AG" mit Kaufhof und Karstadt. Das Signa-Angebot sei nicht im Interesse der HBC-Aktionäre, befanden die Aufsichtsräte. Es liege beträchtlich unter dem eigentlichen Wert des deutschen Geschäftes und damit verbundener Immobilienwerte. Zum anderen äußerte das Gremium Zweifel an der Finanzierung des Angebots.

Die Signa-Holding des österreichischen Investors Rene Benko soll rund drei Milliarden Euro für das deutsche Warenhausgeschäft von Kaufhof und andere Immobilien geboten haben.

"Unsere Konkurrenten sind die Amazons dieser Welt"

Der Handelskonzern Metro hatte Kaufhof 2015 für rund 2,8 Milliarden Euro an HBC verkauft und schon damals ein Übernahmeangebot von Benko ausgeschlagen. Doch für Kaufhof läuft es unter dem neuen Eigentümer nicht rund. Die Kette kämpft mit Umsatzrückgängen und Verlusten.

Signa äußerte sich bislang nicht. Doch Kaufhof-Chef Roland Neuwald bezeichnete eine Übernahme durch Signa als wenig hilfreich: "Ich sehe nicht, dass dadurch ein besseres Geschäftsmodell entsteht. Unsere größten Konkurrenten sind die Amazons und Zalandos dieser Welt."

Kaufhof kündigte an, bis 2020 rund 400 der rund 1600 Arbeitsplätze in der Kölner Konzernzentrale zu streichen. Der Stellenabbau solle aber sozialverträglich durch natürlich Fluktuation, Übergangsregelungen für ältere Mitarbeiter und Abfindungen erfolgen. Kaufhof-Chef Neuwald sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", ein Personalabbau sei aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage unumgänglich.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 07. Februar 2018 um 23:45 Uhr.

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