Kartoffelernte | Bildquelle: dpa

Folge der Dürre Kartoffeln deutlich teurer

Stand: 19.11.2018 09:01 Uhr

Der trockene Sommer hat auch Kartoffelbauern zu schaffen gemacht. Bis zu 30 Prozent weniger Knollen holten die Landwirte aus der Erde. Als Folge steigen die Preise deutlich.

Wegen der Dürre sind in Deutschland die Kartoffelpreise um mehr als die Hälfte gestiegen. Nach Auskunft des Agrarmarkt-Informationsdienstes (AMI) kostet eine Kleinverpackung im Supermarkt derzeit rund 84 Cent pro Kilogramm. Vor einem Jahr lag der Kilopreis noch bei 55 Cent.

Zu weiteren Preissteigerungen könne es im Frühjahr kommen. Verbraucher müssten sich auch auf ein größeres Angebot von optisch nicht ganz einwandfreien Kartoffeln einstellen, die in Jahren mit besserer Ernte von den Betrieben aussortiert worden wären. Angesichts der aktuellen Knappheit fänden sich derzeit mehr Knollen mit dunklen Flecken oder Schorfpusteln in den Supermarktregalen. Dabei handele es sich jedoch ausschließlich um rein optische Mängel, die keinen Einfluss auf den Verzehr der Kartoffeln hätten, erklärte der Agrarmarkt-Informationsdienst.

Kartoffelbauern, die trotz der Dürre eine nennenswerte Ernte eingefahren hätten, können laut AMI derzeit von deutlich höheren Preisen profitieren. So hätten sich die Erzeugerpreise von zehn Euro je 100 Kilogramm auf 25 bis 26 Euro weit mehr als verdoppelt.

Einbußen bis 30 Prozent

Zuletzt hatte auch der Branchenverband BOGK vor erheblichen Einbußen bei der Kartoffelernte und steigenden Preisen gewarnt. Mit nur 8,7 Millionen Tonnen sei ein "historischer Tiefstand erreicht", erklärte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie zur Ernetebilanz der Bauern. In den Unternehmen würden derzeit bei Kartoffeln für die Verarbeitung Mindererträge von durchschnittlich 25 bis 30 Prozent festgestellt.

Grund sei die extreme Trockenheit im Sommer. Dies werde sich voraussichtlich auch noch auf die Folgesaison auswirken, da auch Pflanzgut - besonders für Frühkartoffeln - nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werde. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach verarbeiteten Produkten nach wie vor sehr hoch. Bereits im Sommer hatte der Verband prognostiziert, dass angesichts der Trockenheit Kartoffeln auf jeden Fall teurer würden. Das gilt genauso für verarbeitete Produkte wie Chips oder Pommes Frites. 

Insgesamt ist der Kartoffelkonsum in Deutschland rückläufig. Während jeder Bundesbürger 1950 pro Jahr noch 186 Kilo der Knolle verspeiste, waren es 2016 nur noch etwa 58 Kilo.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. November 2018 um 11:45 Uhr. Am 19. November 2018 berichteten NDR Info um 12:41 Uhr in der Wirtschaft und MDR aktuell um 13:22 Uhr.

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