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Untersuchung des Kartellamts Vergleichsportale nicht immer verlässlich

Stand: 12.12.2018 12:40 Uhr

Flugbuchungen, Handyverträge oder Versicherungen: Millionen Menschen nutzen Vergleichsportale. Das Bundeskartellamt ist bei mehreren Fällen nun auf Mängel gestoßen und will die Portale genauer unter die Lupe nehmen.

Das Bundeskartellamt ist bei Internet-Vergleichsportalen in vielen Fällen auf Mängel gestoßen. Eine Untersuchung zahlreicher Vergleichsportale aus den Bereichen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen habe den Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße in einigen Punkten erhärtet, teilte die Behörde in Bonn mit.

"Der Verbraucher kann sich nicht immer darauf verlassen, tatsächlich das für ihn beste Angebot auf einem Vergleichsportal zu finden", kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Vorstellung der Ergebnisse. Verbraucher würden oft nicht darüber aufgeklärt, wie die Reihenfolge der Suchergebnisse und die Empfehlungen der Vergleichsportale im Einzelnen zustande kommen. "Es fehlt an Transparenz", rügte Mundt.

Bundeskartellamt in Bonn | Bildquelle: dpa
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Das Kartellamt hatte 36 Vergleichsportale genauer unter die Lupe genommen.

36 Portale untersucht

Das Kartellamt hatte 36 Vergleichsportale genauer unter die Lupe genommen. "Viele Vergleichsinformationen sind zutreffend und seriös", sagte Mundt. In vielen Fällen gibt es dem Bericht zufolge aber auch Verhaltensweisen, die den Verbraucher in die Irre führen können. So hätten beispielsweise von den Anbietern gezahlte Entgelte oder Provisionen Einfluss auf die vom Portal voreingestellte Darstellung der Suchergebnisse.

In einigen Branchen hätten die Vergleichsportale eine geringe Marktabdeckung und stellten teils nur eine Auswahl von weniger als 50 Prozent der im Markt existierenden Angebote dar. Zahlreiche Portale erstellten keinen eigenständigen Vergleich, sondern griffen lediglich auf die Datensätze oder Tarifrechner anderer Portale zu.

Betrofene Portale müssen Stellung abgeben

Die betroffenen Portale können jetzt zu den Ergebnissen der Untersuchung Stellung nehmen - und zwar bis zum 4. Februar. Nach einer Auswertung will das Bundeskartellamt im kommenden Jahr einen abschließenden Bericht zu seiner Untersuchung der Vergleichsportale veröffentlichen.

Die Behörde wollte mit der umfassenden Untersuchung mögliche Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften aufklären. Über Online-Vergleichsportale sammeln immer mehr Menschen Informationen und fällen auf dieser Basis dann Entscheidungen etwa über die Buchung von Reisen oder neue Strom-Verträge.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 12. Dezember 2018 um 17:48 Uhr.

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