Thyssenkrupp-Hauptverwaltung in Essen | Bildquelle: picture alliance/dpa

Preisabsprachen bei Blechen Hohe Kartellstrafen für Stahlkonzerne

Stand: 12.12.2019 11:37 Uhr

Das Bundeskartellamt hat gegen mehrere große Stahlfirmen millionenschwere Geldbußen verhängt. Die Konzerne hatten zwischen 2002 und 2016 Preisabsprachen bei Grobblechen getroffen. Unter anderem ist thyssenkrupp betroffen.

Drei Stahlkonzerne müssen Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 646 Millionen Euro zahlen. Laut Bundeskartellamt haben die zum Salzgitter-Konzern gehörende Ilsenburger Grobblech, die thyssenkrupp Steel Europe AG und die voestalpine Grobblech illegale Preisabsprachen bei wichtigen Stahlerzeugnissen getroffen.

Die Unternehmen hätten sich über bestimmte Aufpreise und Zuschläge für Quartobleche in Deutschland ausgetauscht und verständigt, erklärte die Behörde. Diese kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, zum Beispiel beim Stahl-, Brücken-, Hoch- und Schiffsbau sowie bei Maschinen, Kesseln und Druckbehälterbau.

Bereits Rücklagen für Strafe gebildet

Die kartellrechtswidrige Absprache sei von Mitte 2002 bis Juni 2016 praktiziert worden. Die österreichische voestalpine erklärte, man habe einem Vergleich mit den Kartellwächtern über ein Bußgeld von 65,5 Millionen Euro zugestimmt. Thyssenkrupp wollte die Mitteilung nicht kommentieren. Der Konzern hatte bereits für den Fall 370 Millionen Euro zurückgestellt.

Die Dillinger Hüttenwerke war ebenfalls an den Absprachen beteiligt, hatte aber als als erstes Unternehmen mit dem Kartellamt kooperiert und hierfür einen vollständigen Erlass der Geldbuße erhalten. Gegen die Bescheide können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2019 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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