Karstadt Verkauf

Berggruen aber mit Vorbehalten Kaufvertrag für Karstadt unterzeichnet

Stand: 08.06.2010 19:12 Uhr

Der Investor Berggruen hat den Kaufvertrag für die insolvente Warenhauskette Karstadt unterzeichnet. Das teilte der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit. In dem Vertrag seien Bedingungen vereinbart worden, nach deren Umsetzung der Verkauf von Karstadt in Kraft trete. Der Kaufvertrag werde wahrscheinlich im Spätsommer vollzogen und damit rechtskräftig, teilte Görg mit.

Nicolas Berggruen vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen
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Hat Zugeständnisse bei den Mieten in den Mittelpunkt seines Sanierungskonzepts gestellt: Der künftige Karstadt-Eigentümer Berggruen

Zu den Bedingungen für das Inkrafttreten des Kaufvertrages gehöre unter anderem die Zustimmung des Bundeskartellamts, vor allem aber eine Einigung mit dem Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Eine Einigung ist bislang höchst ungewiss. Highstreet hatte ebenfalls für Karstadt geboten, war im Bieterwettstreit aber unterlegen. Zuletzt hatte ein Highstreet-Sprecher noch einmal deutlich gemacht, dass weitere Nachlässe nicht gewährt würden. Werde das Angebot der Vermieter nicht angenommen, drohe Karstadt die Zerschlagung, sagte der Highstreet-Sprecher. Die mehrheitlich zu Goldman Sachs gehörende Gesellschaft besitzt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser.

"Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt"

Karstadt-Kaufhaus in Dresden
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86 der 120 Karstadt-Warenhäuser gehören Highstreet.

"Highstreet ist bereit zu weiteren Mietsenkungen von 230 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, zusätzlich zu den bereits im Insolvenzplan zugesagten Sanierungsbeitrag von 160 Millionen Euro über drei Jahre", stellte der Sprecher klar. Dieses Angebot sei allen Karstadt-Interessenten unterbreitet worden. Bisher gebe es aber keine Einigung mit Berggruen. Werde die Highstreet-Offerte nicht angenommen, "steigt die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt erheblich".

Der Gläubigerausschuss hatte Berggruen gestern den Zuschlag für Karstadt gegeben. Neben ihm und Highstreet buhlte auch der Finanzinvestor Triton um die Warenhauskette. Berggruen hatte mehrfach Mietnachlässe für die Warenhäuser gefordert. Sie sind Kernbestandteil seines Sanierungskonzepts.

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