Logo des Galeria Karstadt Kaufhof | Bildquelle: ARD-aktuell/ Korinth

Fusioniertes Warenhaus Rote Zahlen bei Galeria Karstadt Kaufhof

Stand: 19.12.2019 20:19 Uhr

Die fusionierte Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schreibt rote Zahlen. Insgesamt werden wohl Verluste in dreistelliger Millionenhöhe anstehen, sagte Vorstandschef Fanderl dem "Handelsblatt".

Der fusionierte Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof steckt tief in den roten Zahlen. Allein Karstadt werde in diesem Jahr einen Verlust von 78 Millionen Euro schreiben, sagte Vorstandschef Stephan Fanderl dem "Handelsblatt". Demnach dürfte sich der Verlust für das Gesamtunternehmen wohl auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

Einsparungen für 2020 geplant

"Wir haben viele verlustträchtige Einheiten früh im Jahr auf die Karstadt-Seite genommen und die Einsparungen eher auf der Kaufhof-Seite verbucht", erläuterte Fanderl. Die Sanierung werde auch durch Altlasten erschwert, die vom früheren Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay übernommen worden seien. So habe der kumulierte Verlust aus den vergangenen vier Jahren bei Kaufhof bei 600 Millionen Euro gelegen.

Insgesamt sind Fanderl zufolge bis 2022 Einsparungen durch Synergien von rund 380 Millionen Euro eingeplant. 130 Millionen Euro davon seien schon fürs nächste Geschäftsjahr gesichert in den Büchern. "Bis 2023 werden wir eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent erreichen", prognostizierte Fanderl.

Gewerkschaften schlagen Alarm

Im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft ver.di schlügen sich die jüngsten Streiks der Mitarbeiter inzwischen auch auf den Umsatz nieder. "Wie hoch genau können wir noch nicht sagen, aber das wird im Dezember ein Minus produzieren. Das ist nicht einfach zu verkraften", sagte Fanderl.

Das Unternehmen verhandelt mit ver.di über einen gemeinsamen Sanierungstarifvertrag für Kaufhof und Karstadt. Kaufhof ist seit einem Jahr Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem früheren Erzrivalen Karstadt. Eigner ist die österreichische Signa-Gruppe des Immobilien-Investors und Milliardärs Rene Benko.

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