Kaufhof Karstadt | Bildquelle: dpa

Fusionierte Kaufhausketten Tarifeinigung bei Karstadt und Kaufhof

Stand: 20.12.2019 17:06 Uhr

Im Januar sollen die einstigen Kaufhaus-Rivalen Kaufhof und Karstadt endgültig verschmelzen. Gerade noch rechtzeitig hat sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft ver.di auf einen Tarifvertrag geeinigt.

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft ver.di und das Management der Kaufhausketten Karstadt und Kaufhof auf einen Tarifvertrag verständigt. Die rund 25.600 Beschäftigten müssen zwar auf ihr Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten, erhalten aber für die nächsten fünf Jahre eine Standort- und Beschäftigungssicherung, wie ver.di mitteilte. Weitere Streiks vor Weihnachten und zwischen den Jahren wird es nun nicht geben.

Rückkehr in den Flächentarifvertrag vereinbart

Die Entgelte der Karstadt-Beschäftigten würden um rund elf Prozent auf das Niveau der Kaufhof-Mitarbeiter angehoben, erläuterte der Konzern. Ab 2021 würden die Löhne des fusionierten Unternehmens dann kontinuierlich steigen. "Durch die schnellen Fortschritte bei der Sanierung von Galeria Kaufhof und die Synergien aus der Fusion mit Karstadt werden eine schnelle Anpassung des Gehalts und künftig substanzielle Lohnsteigerungen möglich", so Galeria Karstadt Kaufhof. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Als "Riesenerfolg" bezeichnete ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman die vereinbarte Rückkehr des Konzerns in den Flächentarifvertrag ab 2025. Kaufhof war im Frühjahr 2019, Karstadt bereits 2013 aus der Tarifbindung ausgestiegen. Deshalb lagen die Löhne bei Karstadt deutlich unter denen von Kaufhof.

Teil der Einigung sei auch die Zusage des Konzerns, bis September 2020 mindestens 700 Millionen Euro zu investieren. "Ver.di erwartet, dass die Geschäftsführung nun die Stärken des Warenhauses zusammenführt und die stationären und Online-Vertriebskanäle sinnvoll ausbaut und vernetzt", erklärte Akman.

Frühere Rivalen werden eins

Kaufhof ist seit einem Jahr Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem früheren Erzrivalen Karstadt, im Januar 2020 sollen beide Handelsketten verschmolzen werden. Doch der Konzern steckt weiter in den roten Zahlen. Allein Karstadt werde in diesem Jahr einen Verlust von 78 Millionen Euro schreiben, sagte Vorstandschef Stephan Fanderl diese Woche dem "Handelsblatt". Demnach dürfte sich der Verlust für das Gesamtunternehmen wohl auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

Durch die Fusion sind Fanderl zufolge bis 2022 Einsparungen von rund 380 Millionen Euro eingeplant. 130 Millionen Euro davon seien schon fürs nächste Geschäftsjahr gesichert in den Büchern. "Bis 2023 werden wir eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent erreichen", prognostizierte Fanderl. Eigner von Galeria Karstadt Kaufhof ist die österreichische Signa-Gruppe des Immobilien-Investors René Benko.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Dezember 2019 um 16:42 Uhr.

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