Karstadt Filiale | Bildquelle: picture alliance/imageBROKER

Galeria Karstadt Kaufhof Vier weitere Filialen in Berlin gerettet

Stand: 03.08.2020 16:55 Uhr

Der Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin fällt weniger drastisch aus als zunächst befürchtet. Eigentümer und Senat einigten sich darauf, vier weitere Warenhäuser zu erhalten. Hunderte Jobs sind wohl gesichert.

In Berlin sollen deutlich weniger Warenhäuser der Kette Galeria Karstadt Kaufhof schließen als ursprünglich geplant. Der Mutterkonzern Signa nahm nach Verhandlungen mit dem Berliner Senat vier Filialen von der Streichliste: an der Müllerstraße im Wedding, am Tempelhofer Damm in Tempelhof, an der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg und im Ring-Center in Lichtenberg.

In allen Fällen werde eine zehnjährige Standortsicherung angestrebt, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). In die Häuser würden 45 Millionen Euro investiert. Nach Pops Angaben werden bis zu 800 Arbeitsplätze in den Häusern gesichert, die nun von der Streichliste genommen wurden. Betriebsbedingte Kündigungen seien für die jeweilige Betriebsdauer ausgeschlossen, teilte der Senat mit. Mit der Einigung sind nur noch zwei von elf Standorten in der Hauptstadt von Schließungen betroffen.

Stadt sagt weitere Unterstützung zu

Er sei darüber sehr erleichtert, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). "Es ist wichtig, diese großen Häuser zu haben für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger, für die Weiterentwicklung der Quartiere."

Im Gegenzug wolle das Land federführend drei große Bauprojekte des Konzerns in der Stadt unterstützen: den Ausbau der Häuser am Hermannplatz, Alexanderplatz und Kurfürstendamm. Dieses "Geben und Nehmen" sei in einem "Letter of Intent" (Absichtserklärung) festgehalten worden. Dieser wurde jedoch nicht veröffentlicht.

"Vermieter sollen zu Zusagen stehen"

"Das waren harte und zähe Gespräche", sagte Wirtschaftssenatorin Pop. Beteiligt waren neben Geschäftsführung und Betriebsräten der Mutterkonzern Signa und die Vermieter der Warenhäuser. "Jetzt ist es für uns wichtig, dass auch die beiden Vermieter zu ihren Zusagen stehen", teilte der Generalbevollmächtigte des Konzerns, Arndt Geiwitz, mit. Die Gewerkschaft ver.di sprach von einem guten Signal für den Handel.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte im Juni angekündigt, bundesweit 62 von 172 Filialen schließen. Der Konzern war nach der pandemiebedingten Schließung aller Filialen bundesweit in eine schwere Krise geraten und hatte im April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen.

Über dieses Thema berichtete die Nachrichtensendung rbb24 am 03. August 2020 um 16:00 Uhr.

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