Erneuerung einer Karstadt-Leuchtreklame.

Karstadt-Sanierung 23 Filialen von Schließung bedroht?

Stand: 19.10.2014 02:31 Uhr

Die Pläne für die angeschlagene Warenhauskette Karstadt werden offenbar konkreter. Am kommenden Donnerstag solle dem Aufsichtsrat ein 100seitiges Sanierungskonzept vorgelegt werden, berichtet die Zeitung "Bild am Sonntag" vorab. 23 der 83 Warenhausfilialen seien von der Schließung bedroht, weil sie rote Zahlen schrieben. Allerdings sollten noch einige dieser Standorte eine letzte Bewährungschance bekommen, heißt es weiter.

Kaufhäuser sollen in zwei Kategorien eingeteilt werden

"Einen Kahlschlag mit der Machete wird es nicht geben, mögliche Entlassungen werden sozialverträglich umgesetzt. Aber ohne deutliche Einschnitte gibt es keinen Neuanfang", zitiert die Zeitung einen Experten, der am Konzept mitgearbeitet habe.

Der neue Karstadt-Eigentümer, der österreichische Immobilien-Milliardär Rene Benko, wolle die verbleibenden Karstadt-Häuser in zwei Kategorien einteilen, schreibt das Blatt weiter. In "Erlebnishäuser" mit Shopping-Entertainment in den größeren Städten und "Kaufhäuser der Stadt" an kleineren Standorten, die den täglichen Einkaufsbedarf abdecken sollten.

Mindestens 2000 Stellen gefährdet

Vor einigen Wochen hatten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) und die "Süddeutsche Zeitung" übereinstimmend berichtet, dass Benko zunächst 2000 der insgesamt knapp 17.000 Karstadt-Stellen streichen wolle. Demnach sollen in der Konzernzentrale in Essen 400 der noch etwa 1400 Verwaltungsstellen abgebaut werden. In den Filialen sollen weitere 1600 Arbeitsplätze wegfallen. Die mögliche Schließung von Kaufhäusern sei darin noch nicht eingerechnet, hieß es weiter.

Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote wie zum Beispiel Spielwarenabteilungen werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt.

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