Griechische Euro-Münze

Eurozone in der Krise Gedankenspiele um Griechenland-Austritt

Stand: 18.08.2012 18:18 Uhr

Gedankenspiele über den Austritt Griechenlands gibt es schon lange und immer mal wieder - zuletzt spekulierten Österreichs Vizekanzler Michael Spindelegger und der finnische Außenminister Erkki Tuomioja laut über einen Zerfall der Eurozone.

Nun will auch die "Welt am Sonntag" erfahren haben, dass sich die Eurozone für einen Griechenland-Austritt wappnet. Demnach gibt es Pläne, wie die übrigen Euro-Krisenländer in einem solchen Fall vor den Auswirkungen abgeschirmt werden könnten. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM könnte in einer Allianz mit der Europäischen Zentralbank (EZB) Staatsanleihen von Italien und Spanien kaufen und diese Länder so stützen.

Internationale Finanzexperten diskutieren über Euro-Rettung
tagesschau 16:15 Uhr, 19.08.2012, Nadja Storz, MDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Bundesregierung wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Nur Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich - via Twitter. Spekulationen über eine Exit-Strategie der Bundesregierung im Falle eines Scheiterns der Gemeinschaftswährung wies er zurück. "Der Euro scheitert nicht. Wir arbeiten für stabilere Eurozone", schrieb er in dem Kurznachrichtendienst.

Griechenland-Austritt? "Es wird nicht passieren"

Und noch einem passt diese Debatte überhaupt nicht: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Er will einen Zerfall des gemeinsamen Währungsraums auf jeden Fall verhindern. In einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" machte der Luxemburger nun klar, dass er keinerlei Grund für Gedankenspiele über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone sieht. "Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletze alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung."

Jean-Claude Juncker beim Treffen der Euro-Gruppe
galerie

Eurogruppen-Chef Juncker will den Zerfall der Eurozone auf jeden fall verhindern.

Juncker bekräftigte allerdings, ein Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum wäre aus seiner Sicht gestaltbar. "Gemeint ist, dass er technisch gestaltbar ist, er ist aber politisch nicht gestaltbar, und er ist auch mit unabsehbaren Risiken behaftet". Schon vor gut einer Woche hatte Juncker im WDR Ähnliches gesagt und dies mit scharfer Kritik an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler verbunden. Der FDP-Chef hatte wiederholt über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone spekuliert. Zuletzt hatte dieser im ARD-Sommerinterview gesagt, dieses Szenario habe längst seinen Schrecken verloren.

Spekulationen über einen Zerfall der Eurozone kamen zuletzt auch aus Österreich und Finnland. So liegt in der finnischen Regierung bereits ein "Handlungsplan für jede Eventualität" in der Schublade. Österreichs Vizekanzler Michael Spindelegger drang gar auf eine Handhabe zum Rauswurf von Mitgliedern des Währungsgebietes. Juncker sagte nun, die Fragen zu Griechenland verlangten eine "ruhige Hand". Sich jetzt damit zu beschäftigen, ob ein Land aus der Eurozone ausgeschlossen werden könnte, sei nicht zweckdienlich. Juncker warf Spindelegger eine "martialische Rhetorik" vor.

Westerwelle ärgert sich über Söder

Über verbale "Entgleisungen" - allerdings aus Bayern - ärgerte sich auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle. An die Adresse des bayerischen Finanzministers Markus Söder gerichtet, warnte Westerwelle im "Tagesspiegel am Sonntag", wer die "Keule der Renationalisierung" schwinge, der müsse wissen, dass sie zum Bumerang werde, der Deutschland Wohlstand koste und Arbeitsplätze gefährde. Söder hatte gefordert, dass an Athen "ein Exempel statuiert" werden müsse. Wenn er so etwas höre, schüttele es ihn, sagte Westerwelle. Er habe den Eindruck, durch derlei Debattenbeiträge würden "unsere europäischen Nachbarn mutwillig diffamiert, nur um innenpolitisch Stimmung zu machen".

"Tag der offenen Tür" bei Kanzlerin Merkel
tagesthemen 22:45 Uhr , 20.08.2012, Natalia Bachmayer, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wies die Euro-Skeptiker in die Schranken. "Wenn der Euro nicht zusammenbleibt, zahlen wir den höchsten Preis. Deswegen: Diejenigen, die so ein Haufen dummes Zeug reden, wissen nicht, wovon sie reden."

Griechenland auf der Kippe
R. Baumgarten, ARD Istanbul
19.08.2012 18:03 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Braucht Griechenland noch mehr Geld?

Derweil berichtet der "Spiegel" über neue Finanzierungslücken Griechenlands. Der Regierung des Landes fehlten in den kommenden zwei Jahren nicht wie angegeben 11,5 Milliarden Euro, sondern bis zu 14 Milliarden Euro, berichtete das Magazin unter Berufung auf das Ergebnis der jüngsten Prüfungen der Gläubiger-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF). Ursache seien Rückschläge bei geplanten Privatisierungen und wegen der verschlechterten Wirtschaftslage ausbleibende Steuereinnahmen. Die genaue Höhe des zusätzlichen Finanzbedarfs soll demnach Anfang September ermittelt werden, wenn die Troika zu ihrem nächsten Besuch nach Griechenland kommt.

Ein drittes Hilfspaket für Griechenland wird von der Bundesregierung kategorisch abgelehnt. Dagegen dringt Frankreich offenbar zusammen mit anderen südeuropäischen Ländern darauf, Athen notfalls neue Hilfen zu gewähren, um ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion zu vermeiden.

Darstellung: