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Weiterer Vergleich mit Großanlegern JPMorgan und der Milliardenmarathon

Stand: 16.11.2013 11:55 Uhr

Im Streit über fragwürdige Hypothekengeschäfte hat sich die US-Großbank JPMorgan Chase mit 21 Großanlegern auf einen Vergleich geeinigt. Um den Konflikt beizulegen, zahlt sie den betroffenen Investoren insgesamt 4,5 Milliarden Dollar - umgerechnet etwa 3,3 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem an die Großbank Goldman Sachs, der Vermögensverwalter BlackRock und der Versicherer Metropolitan Life fließen. Die Einigung wird allerdings erst nach einer gerichtlichen Zustimmung und dem positiven Votum zahlreicher Treuhänder wirksam, die dafür bis zum 15. Januar Zeit haben.

Hauptquartier der Großbank JPMorgan Chase in New York
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JPMorgan Chase arbeitet eine lange Liste von Rechtsstreitigkeiten wegen fragwürdiger Geschäfte ab.

Die Einigung folgt auf eine Reihe weiterer juristischer Vergleiche, auf die sich JPMorgan Chase im Zusammenhang mit der Ausgabe von hypothekengesicherten Wertpapieren mit Investoren verständigte. Der aktuelle Fall betraf Papiere, die JPMorgan Chase zwischen 2005 und 2008 gemeinsam mit der schwächelnden Investmentfirma Bear Stearns verkauft hatte. Als zwischen 2006 und 2008 die Immobilienblase in den USA platzte, brachen die Preise für die von JPMorgan veräußerten Hypothekenwerte ein. Investoren verloren Milliarden von Dollar. Die US-Bank hatte allerdings erklärt, dass der Großteil der betroffenen Wertpapiere von Bear Stearns und der Finanzfirma Washington Mutual stamme. JPMorgan Chase hatte beide Unternehmen im Jahr 2008 übernommen.

Verhandlungen mit Justizministerium gehen weiter

Parallel zum jüngsten Fall verhandelt JPMorgan Chase mit dem US-Justizministerium über eine Beilegung einer Zivilklage wegen des Verkaufs der hypothekengesicherten Wertpapiere. Dabei kam es im vergangenen Monat zu einer vorläufigen Einigung, laut der das Kreditinstitut 13 Milliarden Dollar (etwa 9,5 Milliarden Euro) zahlen soll. Doch die Verhandlungen gerieten zuletzt in eine Sackgasse.

JPMorgan Chase galt lange als Vorzeigebank, weil sie die US-Hypothekenkrise am besten überstand. Doch auch sie geriet wegen unseriöser Geschäfte in die Kritik. JPMorgan zahlte in der Vergangenheit bereits 5,3 Milliarden Dollar zur Beilegung mehrerer Rechtsstreitigkeiten wegen ihrer Verkaufspolitik bei hochriskanten Finanzpapieren. Ende Oktober musste die Bank ihren ersten Quartalsverlust seit fast zehn Jahren bekanntgeben. Allein für Prozesskosten gab das Geldhaus 9,15 Milliarden Dollar aus.

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