Blick in die New Yorker Zentrale von JP Morgan. | Bildquelle: REUTERS

US-Großbank Rekordstrafe für JP Morgan

Stand: 29.09.2020 21:08 Uhr

Händler der US-Bank JP Morgan tricksten jahrelang auf dem Markt für Edelmetalle und Staatsanleihen: Sie täuschten ein Kaufinteresse nur vor. Deswegen muss das Institut nun 920 Millionen Dollar zahlen.

Die US-Großbank JP Morgan zahlt wegen Marktmanipulation bei Geschäften mit Edelmetallen und Staatsanleihen die Rekordsumme von 920 Millionen Dollar. Damit beendet die Bank jahrelange Untersuchungen der zuständigen Aufsichtsbehörde für den Derivatemarkt, wie die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mitteilte.

Der Einigung zufolge platzierten Händler von JP Morgan zwischen 2009 und 2016 jahrelang Order zum Kauf und Verkauf von Termingeschäften für Gold, Silber, Platin und Palladium, die sie nie ausüben wollten und kurzfristig wieder annulierten - um damit Interesse vorzutäuschen und die Preise zu beeinflussen. Eine solche Manipulation wird in der Finanzbranche "Spoofing" ("Verschleierung") genannt. Mit einem ähnlichen System soll JP Morgan bei Termingeschäften für Staatsanleihen betrogen haben.

"Verhalten ist inakteptabel"

Das Institut räumte die Vorwürfe ein. "Das Verhalten derjenigen, auf die sich die heutigen Beschlüsse beziehen, ist unakzeptabel, und die betreffenden Personen arbeiten nicht mehr im Unternehmen", sagte Daniel Pinto, Co-President von JP Morgan. Seine Bank habe die internen Kontrollen verstärkt, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.

Es handelt sich um die größte Zahlung, die von der Derivate-Aufsicht jemals angeordnet worden ist. Die Summe von 920 Millionen Dollar setzt sich zusammen aus Strafe von 436,4 Millionen Dollar, Entschädigungen über 311,7 Millionen Dollar und der Abschöpfung von Vermögensvorteilen im Umfang von 172 Millionen Dollar.

Als Derivate werden Termingeschäfte bezeichnet, deren Preise beispielsweise von der Kursentwicklung von Aktien abhängig sind. Mit diesen Finanzinstrumenten findet ein eigener Handel statt.

Mehrfach Streit mit den Behörden

Der Fall beweise die Entschlossenheit seiner Behörde, "diejenigen hart anzufassen, die bewusst gegen unsere Regeln verstoßen, um wen auch immer es sich handelt", sagte CFTC-Chef Heath Tarbert. "Versuche, unsere Märkte zu manipulieren, werden wir nicht hinnehmen."

JP Morgan ist mehrfach mit den US-Aufsichtsbehörden in Konflikt geraten. So musste das Institut 2018 die Summe von 135 Millionen Dollar zahlen, weil sich die Bank bei der Ausgabe von "Phantom-Aktien" - sogenannten Aktienhinterlegungsscheinen - nicht an die Regeln gehalten hatte.

Darstellung: