Hauptzentrale von JP Morgan Chase in New York | AFP

JPMorgan Chase Schwarze mussten für Kredite mehr zahlen

Stand: 18.01.2017 21:37 Uhr

Die US-Bank JPMorgan Chase sieht sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert: Schwarze mussten bei Krediten höhere Gebühren zahlen als Weiße. Dagegen geht die Justiz vor. JPMorgan Chase muss für einen Vergleich offenbar 55 Millionen Dollar Zahlen.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Die Vorwürfe, die der New Yorker Chefankläger Preet Bharara jetzt in seiner Anklageschrift vor einem Gericht in Manhattan erhob, sind massiv: Danach verlangte die amerikanische Großbank JPMorgan Chase über mindestens drei Jahre von Schwarzen und Latinos deutlich höhere Kreditzinsen und Gebühren für Hypothekenkredite, auch wenn das Kreditrisiko exakt dem von weißen Kunden entsprochen habe. Der Rassismusverdacht steht jetzt im Raum.

Georg Schwarte ARD-Studio New York

Nach Angaben des Generalstaatsanwalts zahlten schwarze Kreditnehmer beispielsweise im Schnitt 1130 Dollar höhere Bearbeitungsgebühren für einen Kredit über knapp 190.000 Dollar als weiße Kunden. Außerdem sei die Zinsrate mindestens 0,12 Prozentpunkte höher gewesen.

Justiz: 53.000 Fälle von Diskriminierung

Der Chefankläger spricht von allein 53.000 Fällen, in denen Schwarze und Latinos zwischen 2006 bis 2009 insgesamt Hunderte Millionen Dollar mehr zahlten als die weißen JPMorgan-Chase-Kunden.

Die Bank selbst erklärte, Kreditrahmen und Gebühren seien damals von unabhängigen Kredithändlern vergeben worden, ohne dass die Großbank darauf Einfluss genommen habe. Die Ankläger wiederum weisen darauf hin, dass die Bank ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei, Diskriminierung von Kreditnehmern zu verhindern. Mittlerweile hat JPMorgan Chase einen Vergleich mit dem US-Justizministerium geschlossen. Medienberichte zufolge ist die Bank bereit, 55 Millionen Dollar Strafe zu zahlen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Januar 2017 um 12:41 Uhr