Neues Konjunkturprogramm in Japan Billionen Yen für schwächelnde Wirtschaft

Stand: 30.08.2010 12:15 Uhr

Japan kämpft mit aller Macht gegen das schwache Wirtschaftswachstum und den starken Yen: Regierungschef Naoto Kan kündigte ein weiteres Konjunkturpaket in Höhe von 920 Milliarden Yen (rund 8,5 Milliarden Euro) an.

Die Zentralbank pumpte zudem auf Druck der Regierung frisches Geld in den Markt und stellte den Finanzinstituten des Landes zehn Billionen Yen (92 Milliarden Euro) zum Zinssatz von 0,1 Prozent für die kommenden sechs Monate zur Verfügung.

Banknoten der japanischen Währung Yen
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Japans Wirtschaft ist die zweitgrößte der Welt. Und sie leidet seit Jahrzehnten unter einer gewissen Kurzatmigkeit.

Mit dem neuen Konjunkturprogramm will die japanische Regierung den Kauf umweltfreundlicher Produkte ankurbeln, Studenten bei der Jobsuche helfen und kleinen Firmen unter die Arme greifen. Kan sagte, die Regierung fördere Arbeit, Investitionen und Bildung.

Das neue Konjunkturprogramm solle in der kommenden Woche verabschiedet werden und Ende des Monats in Kraft treten.

Zurückhaltung der Konsumenten

Das Bruttoinlandsprodukt in Japan war im zweiten Quartal nur um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Gründe waren ein schwacher Konsum und der durch den starken Yen gebremste Export. Die Japaner halten sich bei großen Anschaffungen zurück, weil sie darauf warten, dass die Preise noch weiter sinken werden.

Das hat auch mit dem Höhenflug des Yen zu tun: Dieser steht derzeit auf einem 15-Jahres-Hoch gegenüber dem Dollar; er dürfte bald ein Neun-Jahres-Hoch gegenüber dem Euro erreichen.

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