Auch für die deutsche Maschinenbau- und Logistikbranche könnte sich der Iran nach dem Ende der Sanktionen als neuer Abschaftsmarkt eröffnen.

Jahreswirtschaftsbericht 2020 Hellere Aussichten für die Wirtschaft

Stand: 29.01.2020 13:31 Uhr

Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach einer Schwächephase wieder auf Erfolgskurs - das jedenfalls erwartet Wirtschaftsminister Altmaier. Die Regierung rechnet für 2020 mit einem Wachstum von 1,1 Prozent.

Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr wieder mit einem höheren Wirtschaftswachstum in Deutschland. Erwartet wird ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent - das geht aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervor.

"Die Wirtschaft wird sich in diesem Jahr besser entwickeln, als noch im letzten Jahr erwartet", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). "Die Aussichten haben sich aufgehellt."

Das Jahr 2020 hat allerdings mehr Arbeitstage als 2019. Bereinigt um diesen Effekt läge das Wachstum nur bei 0,7 Prozent.

Altmaier Jahreswirtschaftsbericht | Bildquelle: REUTERS
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Wirtschaftsminister Altmaier sieht positiv in das neue Wirtschaftsjahr.

Handelskonflikte und weniger Nachfrage

Im vergangenen Jahr war Europas größte Volkswirtschaft nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Es war das schwächste Plus seit sechs Jahren und deutlich weniger als noch 2018 mit 1,5 Prozent.

Das lag unter anderem an dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, einer weltweit nachlassenden Nachfrage nach Waren aus Deutschland und der rückläufigen Produktion bei den Autobauern.

Mehr Beschäftigte und steigende Löhne

Erwartet wird außerdem, dass die Verbraucherpreise geringfügig stärker steigen. Der Arbeitsmarkt bleibe stabil, der Aufbau der Beschäftigung setzte sich fort - wenn auch in einem langsameren Tempo. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Zuwachs der Erwerbstätigkeit um 190.000 Menschen. Damit erreiche das Niveau der Erwerbstätigkeit eine neue Rekordmarke von durchschnittlich 45,4 Millionen Menschen.

Laut der Prognose sollen auch die privaten Einkommen weiter steigen. Dazu kämen steigende Löhne sowie staatliche Entlastungen etwa bei den Sozialversicherungen. Im laufenden Jahr soll erneut mehr bei den Arbeitnehmern ankommen. Dies stütze die Binnenwirtschaft als derzeit "stärkste Auftriebskraft" der Konjunktur.

BDI ist nicht so optimistisch

Mit dieser Prognose ist die Bundesregierung zuversichtlicher als etwa der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dieser rechnet für 2020 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von nur 0,5 Prozent. Ein Großteil davon - rund 80 Prozent - ergebe sich aus der vergleichsweise hohen Zahl an Arbeitstagen 2020, wie der BDI mitteilte. Vor allem für die Industrie sei die Lage schwierig.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Januar 2020 um 15:15 Uhr in den Nachrichten.

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