Währungsfonds warnt Europa und die USA IWF befürchtet Abkühlung der Weltwirtschaft

Stand: 20.09.2011 17:21 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der dramatischen Schuldenkrise im Euro-Raum und der Finanzprobleme in den USA Alarm geschlagen. "Die Weltwirtschaft befindet sich in einer gefährlichen neuen Phase", hieß es in einem Ausblick.  Für 2011 und 2012 erwartet der IWF eine Abkühlung der Weltwirtschaft, aber keine Rezession.

Von Rüdiger Paulert, WDR, ARD-Hörfunkstudio Washington

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Der IWF befürchtet für die kommenden Jahre eine Abkühlung der Weltwirtschaft.

Der heutige Ausblick des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft erinnert stark an den Herbst 2008. Damals wurden auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise viele Warnungen ausgesprochen und die Wachstumsraten deutlich nach unten korrigiert. Heute ist dies nicht anders. Olivier Blanchard, Chefvolkswirt beim Internationalen Währungsfonds, sagt: "Die Erholung ist deutlich abgeschwächt und das Risiko, das es wieder nach unten geht, ist dramatisch gestiegen."

So sehen die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds zwar weltweit mit vier Prozent noch immer ein ganz ordentliches Wirtschaftswachstum. Doch tragen die hochentwickelten Industrienationen wenig dazu bei:  "Vier Prozent klingt gar nicht so schlecht. Aber wir erwarten 6,4 Prozent Wachstum für die Schwellenländer, was ordentlich ist und nur 1,6 Prozent für die wichtigsten Industriestaaten."

Prognose für Deutschland bisher noch optimistisch

Deutschland gehört unter den Industrieländern noch mit zu den besseren. 2,7 Prozent Wachstum prognostiziert der IWF für dieses Jahr und 1,3 Prozent fürs nächste. Doch all diese Prognosen beruhen auf den Annahmen, dass die gegenwärtig großen Stabilitätsprobleme in der Eurozone und die Haushaltsprobleme in den USA unter Kontrolle bleiben.

IWF-Prognose: Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigiert
Eins Extra 10:00, 21.09.2011, Benjamin Eyssel, DW

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Dazu aber ist nach Ansicht des IWF-Chefvolkswirtes Blanchard energisches Handeln nötig. So müsse die Europäische Zentralbank stark intervenieren, um die Zinsen für Staatsanleihen in den Eurostaaten auf einem erträglichen Level zu halten und die Regierungen müssten alles tun, um das Vertrauen in den Euro zu erhöhen. Außerdem müssten die Banken gestärkt werden, so Blanchard: "Eine ganze Reihe von Banken, besonders in Europa, müssten mit zusätzlichem Kapital ausgestattet werden. Am besten mit Kapital von privater Seite. Doch falls nötig auch durch die Regierungen."

IWF warnt die USA vor überhasteten Sparmaßnahmen

In den USA sieht der IWF ganz gegen seine Gewohnheit das größte Risiko in überhasteten und unüberlegten Sparanstrengungen. Üblicherweise plädiert er für den Schuldenabbau. Doch angesichts der weltweiten Risiken sagte Blanchard diesmal: "Der Ausgleich von Haushaltsdefiziten kann nicht zu schnell gehen, sonst würgt er das Wachstum ab, aber auch nicht zu langsam, sonst schwindet das Vertrauen."

Zudem müsse die amerikanische Notenbank bereit sein, unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, falls dies erforderlich sei, fordert der IWF-Chef-Volkswirt, während die amerikanischen Notenbanker nur ein paar Straßenzüge vom IWF in Washington entfernt über ihre Politik beraten.  Morgen werden sie ihre Beschlüsse verkünden.

Deutliche Warnungen in viele Richtungen

Selten enthält der Ausblick auf die Weltwirtschaft so viele Warnungen wie dieses Mal. Geräten die Probleme in der Eurozone und in den USA außer Kontrolle, könnten beide Regionen wieder in eine Rezession abrutschen, fürchtet Blanchard und zieht angesichts der politischen Wirklichkeit ein wenig optimistisches Fazit: "Nur wenn die Regierungen entschieden Fiskalpolitik betreiben, die Finanzen in Ordnung bringen und die Leistungsbilanzen ausgleichen, können wir auf eine starke und  robuste Erholung der Wirtschaft hoffen." 

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