IWF

Neueste Prognose zur Weltwirtschaft IWF prophezeit schwärzestes Jahr seit 1945

Stand: 28.01.2009 21:20 Uhr

Die anhaltende Finanzkrise lässt das globale Wachstum in diesem Jahr auf 0,5 Prozent abstürzen. Das prognostiziert der IWF in seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick. Die erwarteten Verluste werden inzwischen weltweit auf 2,2 Billionen Dollar geschätzt. Der Großteil dieser Verluste stünde in Verbindung mit US-Hypotheken und hypothekenbesicherten US-Wertpapieren.

Noch im Oktober hatten die Experten mit rund 800 Milliarden weniger Verlust gerechnet (1,4 Billionen Dollar). Der Weltwirtschaftsfond korrigierte damit nahezu sämtliche Prognosen vom letzten Jahr nach unten. Der Welthandel schrumpfe um 2,8 Prozent und selbst für das Dauerboom-Land China wird nur noch mit einem verhältnismäßig geringem Wachstum von 6,7 Prozent gerechnet. Das Wachstum von Schwellen- und Entwicklungsländern fällt nach der IWF-Prognose auf 3,3 Prozent, - immer noch wesentlich besser als bei den großen Industrienationen.

Den Industrienationen steht ein düsteres Jahr 2009 bevor. Sie rutschen laut IWF in die tiefste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe in der Eurozone um zwei, in Deutschland sogar um 2,5 Prozent. Etwas besser stehen im Vergleich dazu die USA mit 1,6 Prozent da. Die Maßnahmen gegen die Finanzkrise seien dort aggressiver gewesen als in Europa, so der IWF.

Ende in Sicht?

Zu einer "schrittweisen Erholung" könne es bereits 2010 kommen. Auch das globalen Wachstum könne dann wieder bei drei Prozent liegen, schätzt der IWF. Entscheidend hierfür sei allerdings, dass sich die weltweiten Finanzmärkte beruhigen. Darüber hinaus müssten die Konjunkturprogramme der verschiedenen Regierungen funktionieren und sich der US-Immobilienmarkt stabilisieren, sagte IWF-Chefökonom Blanchchard.

Die Empfehlungen

Faule Kredite aus Banken-Bilanzen und notleidende Vermögenswerte müssten beseitigt und dürften nicht vernachlässigt werden, mahnten die IWF-Experten. Die Realwirtschaft werde sich nur dann erholen, wenn der Finanzsektor wieder normal funktioniere und Kredite wieder fließen könnten. Der Weltwirtschaftsfond riet außerdem dazu, insolvente Banken abzuwickeln und eventuell so genannte staatliche "Bad Banks" (Schlechte Banken) für den Aufkauf dieser Vermögenswerte zu schaffen.

Bei Konjunkturpaketen sollten die Regierungen außerdem sich nicht zu sehr auf Steuererleichterungen fixieren, da die Multiplikator-Effekte von Maßnahmen wie Investitionen und ähnlichen größer seien, so Blanchard. Die Programme zur Verbesserung der Konjunktur müssten unverzüglich auf den Weg gebracht werden.

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