Industrieanlage

IWF-Konjunkturprognose Weltwirtschaft schrumpft weniger als befürchtet

Stand: 13.10.2020 15:37 Uhr

Die Corona-Krise richtet weltweit bislang weniger wirtschaftlichen Schaden an als gedacht. Laut Prognose des Internationalen Währungsfonds bleibt ein dramatischer Konjunktureinbruch zunächst aus.

Die Weltwirtschaft wird durch die Corona-Pandemie weniger in Mitleidenschaft gezogen als zunächst angenommen. In der neuesten Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds, IWF, heißt es, in diesem Jahr sei mit einem Einbruch des globalen Wachstums um etwa 4,4 Prozent zu rechnen. Damit korrigierten die IWF-Experten ihre Voraussage vom Juni um 0,8 Punkte nach oben.

IWF-Chefökonomin Gopinath | Bildquelle: dpa
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Die Chefvolkswirtin des Internationalen Währungsfonds, Gopinath, bei der Vorstellung der neuesten IWF-Konjunkturprognose.

"Die Welt passt sich an"

Zwar ist der Konjunktureinbruch in diesem Jahr der heftigste seit Jahrzehnten. Die Pandemie sei eine Herausforderung, wie es sie noch nie gegeben habe, so IWF-Chefökonomin Gita Gopinath. "Aber die Welt passt sich an."

Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Krise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Eine Wiederholung einer "Finanzkatastrophe", die es während der letzten großen Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 gegeben habe, sei dadurch bislang verhindert worden.

Noch immer große Unsicherheit

Nichtsdestotrotz bleibe der Ausblick trübe, schränkte Gopinath ein. Die Erholung vom kommenden Jahr an werde "langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle" sein. "Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus." Die Pandemie werde in vielen Ländern langfristige wirtschaftliche Schäden anrichten, die soziale Ungleichheit erhöhen und Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte machen.

"Die Armen werden ärmer," so die Chefvolkswirtin. Am stärksten litten Frauen und Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor. Die Lage in Schwellen- und Entwicklungsländern sei besonders bedrohlich, weil hier die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gewichtiger und die Möglichkeiten zur Selbsthilfe geringer seien.

Hoffnung auf Corona-Forschung

Die Wachstumsprognose für 2021 senkte der IWF um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Solange die Pandemie sich weiter ausbreite und eine Rückkehr zum normalen wirtschaftlichen Alltag unmöglich mache, sei eine Erholung der Weltkonjunktur nicht sicher. Regierungen müssten an ihren Konjunkturhilfen festhalten, um weitere Rückschläge zu verhindern, empfahl Gopinath.

Positiven Einfluss auf die weitere Entwicklung könnte laut IWF-Chefökonomin die Corona-Forschung nehmen: Fortschritte bei Tests und Behandlungsmethoden sowie die Aussicht auf einen Impfstoff machten Hoffnung.

Bericht des IWF zur Weltwirtschaftslage
Arthur Landwekr, ARD Washington
13.10.2020 15:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Oktober 2020 um 15:30 Uhr.

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