Ein Kleidergeschäft im italienischen Milan wirbt mit Sonderangeboten. | Bildquelle: AFP

IWF kritisiert Italien "Lebensbedingungen sind erodiert"

Stand: 13.11.2018 19:42 Uhr

Schulden, Arbeitslosigkeit, Abwanderung - der IWF hält wenig vom Zustand der italienischen Volkswirtschaft. Ebenso kritisch sind die Autoren eines Jahresberichts, wenn es um die Haushaltspläne der Regierung geht.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Italiens schuldengeplagter Wirtschaft ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Das reale persönliche Einkommen liege auf dem Niveau von vor zwei Jahrzehnten, die Arbeitslosigkeit um die zehn Prozent und die Lebensbedingungen für Menschen mittleren Alters und jüngere Generationen seien "erodiert", heißt es im turnusmäßigen Bericht des Weltwährungsfonds. Der Wegzug von Italienern in andere Länder sei auf einem Fünf-Jahres-Hoch.

Die populistische Regierung in Rom hatte erklärt, sie wolle mit einem Ausgabenpaket Wahlversprechen einlösen und dafür die Ausstattung des Haushalts um 38 Milliarden Euro erhöhen - den Großteil über weitere Schulden finanziert. Sie steht deswegen seit geraumer Zeit auch in der Kritik der europäischen Partner.

Negative Effekte der Haushaltspolitik vorausgesagt

Sollte Italien an diesem Paket festhalten, prognostiziert der IWF mittelfristig negative Effekte. Die Staatsausgaben etwa für Renten - die zweithöchsten in der Eurozone - fräßen schon jetzt wichtige Ressourcen. Das Wachstum würde bei nur einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Jahre 2018 bis 2020 liegen, danach würde es weiter fallen. Die Neuverschuldung werde bei 2,66 Prozent im Jahr 2019 liegen und bei 2,8 bis 2,9 Prozent in den Jahren 2020 und 2021.

Damit läge Italien noch innerhalb der offiziellen Maastricht-Grenzen für die Neuverschuldung, käme aber nicht von seiner hohen Gesamtverschuldung von prognostizierten 130 Prozent des BIP für die nächsten drei Jahre herunter. Die Zielmarken für die Neuverschuldung lägen eigentlich bei 2,1 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent für die Jahre 2020 und 2021.

IWF fordert Strukturreformen

Der IWF rät Italien dringend, mehr Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Dies sei von der Regierung auch so erkannt. "Strukturreformen, um die Produktivität zu erhöhen und Italiens Potenzial freizusetzen, haben übergeordnete Priorität", heißt es in dem Bericht. "Schnelleres potenzielles Wirtschaftswachstum" sei der "einzig nachhaltige Weg, um wirtschaftliche Ergebnisse zu verbessern".

Weiterhin kein Einlenken der italienischen Regierung in Haushaltsstreit
tagesschau 20:00 Uhr, 13.11.2018, Arnim Stauth, ARD Brüssel

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2018 um 20:00 Uhr.

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