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Italiens Kreditwürdigkeit Nur noch knapp über Ramschniveau

Stand: 20.10.2018 10:53 Uhr

Die erste Ratingagentur zieht Konsequenzen aus der Schuldenpolitik in Italien. Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes herab. Für Italien könnte es nun schwieriger werden, sich Geld zu besorgen.

Die geplante Neuverschuldung in Italien hat erste Konsequenzen für die Kreditwürdigkeit des Landes. Die US-Ratingagentur Moody's stufte das hoch verschuldete Land herab. Die nächstniedriere Stufe würde auf den Finanzmärkten Ramschniveau bedeuten.

Die Analysten begründeten ihre Entscheidung mit einer "erheblichen Schwächung von Italiens Finanzkraft". Die Staatsverschuldung werde bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung bleiben, statt sich zu verringern. "Die hohe Verschuldung macht Italien anfällig." Moody's kritisierte, dass wirtschaftliche und finanzielle Reformen von der italienischen Regierung blockiert würden.

Senken auch andere Analysten den Daumen?

Den Ratingausblick setzte Moody's auf "stabil". Damit droht Italien zunächst keine weitere Herabstufung - bei dieser Agentur. Die Analysten von Fitch dagegen bewerten den Ausblick aus "negativ". Damit wird eine womöglich bald schlechtere Bewertung angedeutet. Die Ratingagentur S&P will Ende des Monats ihre Note überprüfen.

Viele Investoren zogen bereits Geld aus Italien ab. Durch die Herabstufung dürfte es für das Land noch schwieriger werden, sich Geld auf den Finanzmärkten zu besorgen. Große Fonds dürfen nach ihren eigenen Vorgaben oft kein Geld in Staatsanleihen stecken, wenn diese als Ramsch eingestuft werden.

EU fordert Korrekturen von Italien - und anderen Ländern

Die neue italienische Regierung will mit höheren Investitionen das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega planen für das kommende Jahr im Vergleich zur Vorgängerregierung eine drei Mal so hohe Neuverschuldung. Italien hat bereits die zweitgrößte Gesamtverschuldung der Eurozone nach Griechenland.

Zuvor hatte bereits die EU-Kommission Italien kritisiert. Der Haushaltsentwurf sei ein besonders gravierender Verstoß gegen EU-Regeln. Die Kommission kritisierte nun außerdem Frankreich, Spanien, Belgien, Portugal und Slowenien für ihre Budgetpläne.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Oktober 2018 um 07:03 Uhr.

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