Schuldenschnitt für Griechenland

Nach dem griechischen Schuldenschnitt Kreditausfallversicherungen werden fällig

Stand: 09.03.2012 21:36 Uhr

Durch den Schuldenschnitt für Griechenland werden Kreditausfallversicherungen auf griechische Staatsanleihen fällig. Dies entschied der für Europa zuständige Ausschuss des Internationalen Derivateverbandes ISDA. Der Forderungsverzicht stelle ein sogenanntes "Kreditereignis" dar, teilte der Verband mit. Gemeint ist damit ein Zahlungsausfall, der die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auslöst, mit denen sich bestimmte Halter von griechischen Staatsanleihen abgesichert haben.

Schuldenschnitt für Griechenland

Gute Nachricht für Gläubiger: Die Kreditausfallversicherungen für griechische Staatsanleihen werden ausgelöst.

Trotz einer hohen freiwilligen Beteiligungsquote an dem Schuldenschnitt wolle Athen alle Halter von Anleihen nach griechischem Recht zum Forderungsverzicht zwingen, begründete die ISDA ihren Schritt. Zu diesem Zweck hatte Griechenland vorsorglich bereits ein Gesetz verabschiedet, das die Möglichkeit eröffnet, alte Anleihen rückwirkend mit Zwangsklauseln (Collective Action Clauses/CAC) auszustatten.

CDS lösten 2008 Domino-Effekt aus

Griechenland hatte zuvor rund 85 Prozent seiner Privatgläubiger einen freiwilligen Schuldenschnitt abgerungen und damit eine Voraussetzung für internationale Hilfen im Volumen von 130 Milliarden Euro erfüllt. Da die angestrebte Quote von 90 Prozent knapp verfehlt wurde, sollen die unwilligen Investoren nun zum Verzicht gezwungen werden.

Bei den Plänen zur griechischen Umschuldung war bisher alles daran gesetzt worden, dass die Kreditausfallversicherungen nicht fällig werden. Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 hatte ihre Auslösung zu einem kolossalen Dominoeffekt und zur Beinahe-Pleite des großen US-Versicherers AIG geführt. Im Fall der griechischen Staatsanleihen wären die Folgewirkungen auf den Finanzmärkten nach Meinung von Experten aber überschaubar. Die Kreditausfallversicherungen belaufen sich Schätzungen zufolge auf etwa 2,5 Milliarden Euro.

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KOMMENTARE

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Mifra 10.03.2012 • 03:05 Uhr

Das schlimmste an der Sache kommt erst!

Nu müssen die Ratingagenturen am WE arbeiten und GR auf "Game Over" buchen :-) Also irgendwie trau ich der Aktion nicht... Ich vermute das war genau so geplant von GR und ich hoffe das irgendjemand diese 85 und 90% überprüft. Wenn man die Bedingungen für die weiteren Hilfen mit den 85% erfüllt hat, dann sehe ich keinerlei Sinn in diesem weiterem Schritt. Man hat jahrelang mit allen Mitteln versucht ein "Kreditereigniss" zu verhindern und nun ist es da obwohl es nicht nötig wäre. Ich hoffe das die Griechen dazu eine Erklärung abgeben. Kann man nur hoffen, dass die Eu Verantwortlichen da nochmal kräftig auf den Tisch hauen...