Euro-Münze aus Irland

Verhandlungen in Brüssel EU arbeitet an Notfallplan für Irland

Stand: 17.11.2010 02:44 Uhr

Die EU-Staaten drängen Irland, Hilfsgelder zur Stützung seines Finanzsektors anzunehmen. "Wir sollten besser als im Fall Griechenland und vor allem schneller reagieren", sagte der österreichische Finanzminister Josef Pröll bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Zu lange zu warten, wird zu teuer."

Die EU-Kommission bestätigte, dass sie mit der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds über Irland spricht. Die EU-Kommission arbeite an einem Notfallplan für die irischen Banken, sagte Währungskommissar Olli Rehn nach einem Treffen der Eurogruppe in Brüssel. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) würden eine Expertengruppe nach Dublin schicken, um ein Finanzpaket für Irland auszuarbeiten. Zuvor hatte er gesagt, zu Alarmismus bestehe kein Anlass.

Irlands Finanzminister Brian Lenihan
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Gespräche ja, aber keine Verhandlungen: Finanzminister Lenihan

Die 16 Finanzminister der Euro-Länder hätten verabredet, "entschlossen und koordiniert zu handeln, um die Stabilität der Eurozone zu sichern", sagte ihr Vorsitzender, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker. Der Euro-Rettungsfonds verfügt über insgesamt 750 Milliarden Euro. Es liege an Irland, einen Antrag auf Hilfen zu stellen, sagte Juncker.

Irland lehnte dagegen erneut Hilfe aus der EU ab. Man habe nicht um Hilfe aus dem EU-Rettungsmechanismus angefragt, sagte Premierminister Brian Cowen in Dublin. Finanzminister Brian Lenihan betonte, sein Land benötige bis Mitte 2011 kein frisches Geld. In Brüssel verwies er EU-Diplomaten zufolge darauf, dass er kein Mandat habe, um über eine Finanzspritze zu verhandeln.

EU-Finanzminister beraten über Bankenhilfe für Irland
tagesschau 14:00 Uhr, 17.11.2010, M. Preiß, ARD Brüssel

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Drängt Deutschland - oder drängt Deutschland nicht?

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