Eröffnung des ersten "German Business Center" der Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer in Teheran. 02.11.2017 | Bildquelle: dpa

Wegen der US-Sanktionen Deutsche Exporte in den Iran eingebrochen

Stand: 10.05.2019 11:47 Uhr

Deutsche Unternehmen exportieren deutlich weniger Waren in den Iran als noch vor einem Jahr. Grund sind die US-Sanktionen gegen Teheran. Anfang 2019 schrumpften die Ausfuhren um mehr als 50 Prozent.

Deutsche Exporte in den Iran sind zu Beginn des Jahres deutlich eingebrochen. Im Januar und Februar 2019 schrumpften die Warenausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent auf ein Volumen von etwa 223 Millionen Euro. Das berichtet die Funke-Mediengruppe und beruft sich auf Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Bereits im Gesamtjahr 2018 waren die Exporte in den Iran um acht Prozent zurückgegangen.

Hintergrund ist der zunächst einseitige Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran. Im Zuge dessen hatte Washington Sanktionen gegen den Iran wieder eingeführt. Diese verkomplizierten den iranischen Markt ebenso wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, erklärt Dagmar von Bohnstein, Geschäftsführerin der Außenhandelskammer im Iran.

Deutsche Unternehmen reduzieren Personal erheblich

Derzeit hätten rund 60 deutsche Unternehmen eine Niederlassung im Iran - das sei nur noch etwa die Hälfte im Vergleich zu der Zeit, in der das Atomabkommen beschlossen wurde. Fast alle deutschen Unternehmen hätten ihr Personal vor Ort deutlich reduziert.

Ein Mitarbeiter der iranischen Stahlfirma Mobarakeh Steel arbeitet in einem Werk. 31.05.2012 | Bildquelle: dpa
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Iran, Mobarakeh: Ein Mitarbeiter der Stahlfirma Mobarakeh Steel arbeitet in einem Werk. (Archiv)

Dabei haben deutsche Firmen laut von Bohnstein großes Interesse am Iran. Der dortige Markt biete ein beträchtliches Potenzial, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. "Der Iran ist allerdings kein Markt für Anfänger", so die Außenhandelskammerchefin. Wichtig für den Erfolg seien Beständigkeit und eine langfristige Ausrichtung der Geschäfte.

Atomstreit hatte sich zuletzt zugespitzt

Diese Faktoren dürften vor dem Hintergrund der neuerlichen Zuspitzung des Atomstreits in weite Ferne rücken. Zwar versucht der Iran, seine verbliebenen internationalen Handelspartner mit einem Ultimatum bei der Stange zu halten. So droht Teheran mit der vollständigen Abkehr vom Atomabkommen, sollten die Unterzeichnerstaaten nicht binnen 60 Tagen ihre Zusagen einhalten. Doch prompt reagierten die USA mit einer Ausweitung der Sanktionen, die nun auch die iranische Bergbau- und Metallbranche betreffen.

Allerdings signalisierte US-Präsident Trump zuletzt auch Gesprächsbereitschaft. Er ließ die Führung in Teheran wissen, sie könne ihn jederzeit anrufen, um zu einer fairen Vereinbarung zu kommen. Die iranische Führung reagierte allerdings ablehnend. Ein Vertreter der einflussreichen Revolutionsgarden stellte klar, es werde keine Unterredungen mit den Amerikanern geben. Man erachte die USA als unzuverlässig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2019 um 09:00 Uhr.

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