Hintergrund

Medikamente

Intransparente Medikamenten-Produktion Die Täuschung in der Packungsbeilage

Stand: 06.05.2017 02:44 Uhr

Woher kommen unsere Medikamente? In der Packungsbeilage steht oft ein deutscher "Hersteller" - dabei werden die Mittel oft tatsächlich in Indien und China hergestellt. Ein intransparentes System mit Nebenwirkungen.

Von Christian Baars, NDR

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Das Rätsel: Woher kommen unsere Medikamente?
 

Die Hauptstadt der Arzneimittel

Fatale Nebenwirkung der Verlagerung
 
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Die Hauptstadt der Arzneimittel
 

Fatale Nebenwirkung der Verlagerung

Intransparentes System
 
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Fatale Nebenwirkung der Verlagerung
 

Intransparentes System

Gnadenloser Wettbewerb
 
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Intransparentes System
 

Gnadenloser Wettbewerb

Vorteile für Indien und China
 
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Gnadenloser Wettbewerb
 

Vorteile für Indien und China

Forderung nach mehr Transparenz und Kontrollen
 

Niedrigere Lohnkosten und wohl auch die geringeren Sozial- und Umweltstandards spielen bei der Verlagerung eine Rolle. Die Länder in Asien haben zudem noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil: das Patentrecht.

Der Hintergrund: Der Pharma-Markt ist grundsätzlich zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es die Original-Präparate. Das sind Medikamente, die neu auf den Markt kommen und somit Patentschutz genießen. Die Hersteller können teils exorbitant hohe Preise für diese Mittel nehmen. Ganz anders sieht es aus, sobald das Patent abgelaufen ist. Dann dürfen Mitbewerber Konkurrenz-Präparate auf den Markt bringen, die den gleichen Wirkstoff enthalten. Die Folge: Der Preis für die Produkte stürzt. Beispiel Antibiotika: Neue, patentgeschützte Mittel kosten pro Tagesdosis bis zu 1.000 Euro. Das alte und meist eingesetzte Antibiotikum Amoxicillin dagegen weniger als zehn Cent.

Solange der Schutz für ein Medikament gilt, darf es in Europa grundsätzlich nicht von Konkurrenten hergestellt werden. Anders etwa in Indien: Hier kann ein Nachahmer-Präparat schon vorproduziert werden. Sobald der Patentschutz ausläuft, kann dann das billigere Generikum gleich vermarktet werden. Auch dank dieses Vorteils ist Indien zu einem der größten Hersteller von Nachahmer-Präparaten geworden.

Zudem verschafft die schiere Größe Vorteile. Je mehr eine Fabrik produziert, desto billiger kann sie das Produkt anbieten. In China sind deshalb seit den 1980er-Jahren, auch dank massiver staatlicher Unterstützung, gigantische Fabriken entstanden. So steht etwa ein Werk in der Inneren Mongolei, das so groß ist, dass es ein eigenes Kohlekraftwerk betreibt. Dort wird vor allem ein wichtiges Ausgangsmaterial für viele Antibiotika produziert - und zwar deutlich mehr, als alle Menschen in Europa zusammen verbrauchen.

Kraftwerk auf chinesischem Pharma-Gelände
05.05.2017

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Vorteile für Indien und China
 

Forderung nach mehr Transparenz und Kontrollen

Die Doku "Der unsichtbare Feind"
 
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Die Doku "Der unsichtbare Feind"

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Mai 2017 um 17:00 Uhr.

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