Das neue Instagram-Logo | Bildquelle: REUTERS

Rückschlag für Zuckerberg Instagram-Gründer verlassen Facebook

Stand: 25.09.2018 09:12 Uhr

Die Gründer von Instagram haben gekündigt. Ein herber Schlag für den Mutterkonzern Facebook, der derzeit ohnehin mit sinkendem Anzeigenverkauf und schwächelndem Nutzerzuwachs kämpfen muss.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Wir wollen eine Auszeit nehmen, gaben die beiden Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger bekannt. Einen Grund teilten die beiden nicht mit. Sie wollten pausieren, um ihrer Kreativität wieder nachzuspüren, erklärte Systrom lediglich.

Kritischer Zeitpunkt für Mutterkonzern

Von Facebook, das Instagram 2012 gekauft hatte, gibt es noch keine Reaktion. Für das Unternehmen kommt der Abgang der beiden zu einem erdenklich schlechten Zeitpunkt: Facebook steckt seit Monaten in seiner derzeit schwersten Krise seit Gründung. Vor allem der laxe Umgang mit Nutzerdaten macht dem sozialen Netzwerk zu schaffen. So musste Facebook im Juli erstmals einräumen, dass sich sowohl der Anzeigenverkauf als auch der Zuwachs neuer Nutzer verlangsamt habe.

Systrom und Krieger haben mit Instagram eine der erfolgreichsten Foto-Plattformen der Welt aufgebaut. 2010 hieß Instagram noch Burbn und sollte eigentliche eine App werden, mit der man sich an verschiedenen Orten einloggen konnte.

Kevin Systrom und Mike Krieger | Bildquelle: REUTERS
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2010 gründeten Systrom und Krieger Instagram, bevor sie 2012 für eine Milliarde Dollar an Facebook verkauften.

Gründergeschichte aus dem Bilderbuch

Die beiden Gründer hatten sich an der Stanford Universität kennengelernt und beschlossen zusammenzuarbeiten. Nach der Namensänderung wurde die App innerhalb weniger Monate im Silicon Valley und darüber hinaus extrem erfolgreich. Sie kam auch deshalb zur richtigen Zeit, weil man mit ihr schnell Fotos machen und mit Filtern aufhübschen konnte. Zudem passte sie perfekt in den Selfie-Boom.

In der Anfangszeit bestand Instagram aus gerade mal 13 Mitarbeitern. Die kleine Firma operierte aus einem Büro in San Francisco heraus. Besonders der starke Nutzer-Zuwachs machte dem Start-Up zu schaffen. Das meiste Geld wurde vor allem für neue Server ausgegeben, weil die App dem Nutzeransturm kaum gewachsen war.

Coup für Facebook

2012 wurde schließlich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf Instagram aufmerksam. Quasi im Alleingang kaufte er damals die App für eine Milliarde Dollar. Es war der bis dato größte Zukauf in der Firmengeschichte von Facebook. Inzwischen schätzen Experten den Wert von Instagram auf das mittlerweile 100-fache des damaligen Kaufpreises.

Für Zuckerberg war der damalige Kauf ein großer Erfolg. Zuckerberg sah eine große Gefahr im größer werdenden Rivalen Snapchat und wollte mit dem Zukauf von Instagram eine befürchtete Abwanderung jüngerer Nutzer aufhalten. Diese Strategie hat sich bislang ausgezahlt. Zwei Jahre später schlug Zuckerberg dann nochmals zu: Er kaufte die Messenger-App Whatsapp für 16 Milliarden Dollar. Deren beide Gründer - Brian Acton und Jan Koum - haben Facebook bereits im Sommer den Rücken gekehrt.

Die Instagram-Gründer ziehen sich zurück
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
25.09.2018 08:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 25. September 2018 um 08:40 Uhr.

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