Cathy Hummels im Gerichtssal | Bildquelle: dpa

Vorwurf der Schleichwerbung Hummels gewinnt Influencer-Prozess

Stand: 29.04.2019 17:20 Uhr

Cathy Hummels ist Influencerin und präsentiert auf Instagram Produkte. Sie wurde wegen Schleichwerbung abgemahnt. Vor Gericht bekam sie nun Recht, die generelle Rechtslage bleibt aber unklar.

Influencerin Cathy Hummels hat den Prozess um Schleichwerbungsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrem Instagram-Konto gewonnen. Das Landgericht München hat eine entsprechende Klage des Verbands Sozialer Wettbewerb abgewiesen.

Der Verband wollte der Ehefrau des Fußballspielers Mats Hummels vom FC Bayern München verbieten, auf ihrem Instagram-Kanal auf verschiedene Produkte und Marken hinzuweisen, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen. Dabei ging es ausschließlich um Produkte, für die die 31-Jährige nach eigenen Worten keinerlei Gegenleistungen erhalten hat.

Umgang mit Influencern: Ab wann beginnt Schleichwerbung?
nachtmagazin 00:30 Uhr, 30.04.2019, Mathias Flasskamp, BR

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Instagram nicht anders als traditionelle Medien

Das Gericht entschied, Hummels Internetauftritt als Influencerin sei gewerblich. Für die Nutzer sei bei dem Account mit mittlerweile 485.000 Followern erkennbar, dass es sich nicht um eine rein private Seite handle. Laut der Richterin habe niemand so viele Freunde: "Das schafft kein Mensch." In diesem Umfeld müsse Hummels Produkthinweise nicht als Werbung kennzeichnen, wenn sie dafür offenbar keine Gegenleistung erhalten habe beziehungsweise keinen Werbevertrag mit den Herstellern abgeschlossen habe.

"Printmedien machen auch nichts anderes", sagte Richterin Monika Rhein. "Die verlinken auch auf ihren Seiten Produkte, ohne dass sie das kennzeichnen müssen." Meinungsfreiheit und das Prinzip der Gleichbehandlung gebieten demnach, Hummels Instagram-Beiträge nicht anders zu behandeln als ein traditionelles Medium. Hummels griff das dankbar auf: "Mein Account ist genau wie eine Frauenzeitschrift mit all ihren Facetten."

Gericht: Entscheidung kann nicht verallgemeinert werden

Nach Angaben des Gerichts darf die Entscheidung nicht auf ähnliche Fälle anderer Blogger oder Influencer übertragen werden. Es müsse in jedem Einzelfall geprüft werden, ob das gewerbliche Handeln erkennbar ist. Parallele Klagen gegen Influencerinnen wie Pamela Reif vor dem Landgericht Karlsruhe und Vreni Frost vor dem Landgericht Berlin hatte wiederum der klagende Verband Sozialer Wettbewerb gewonnen. Eine obergerichtliche Entscheidung gibt es bisher nicht, die Entscheidung des Landgerichts München ist bisher nicht rechtskräftig.

Der unterlegene Verband will die Entscheidung prüfen, bevor er über eine Berufung entscheidet. Hummels selbst kommentierte ihren Sieg auf Instagram: "Wir kämpfen dafür, dass alle Gerichte in Deutschland so entscheiden, dass Werbung nur dann gekennzeichnet werden muss, wenn es sich dabei wirklich um eine handelt", schrieb sie. Das Urteil sei dabei ein Schritt in die richtige Richtung, damit Influencerinnen wie sie nicht ständig Angst haben müssten, abgemahnt zu werden.

(Az.: 4 HK O 14312/18)

Cathy Hummels im Gerichtssaal | Bildquelle: dpa
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Cathy Hummels zum Auftakt des Prozesses im Gerichtssaal.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. April 2019 um 16:34 Uhr.

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