Plakat mit der IG Metall-Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn

Statistik für das zweite Quartal Inflation frisst höhere Löhne auf

Stand: 08.10.2013 11:21 Uhr

Die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer stagniert. Die Bruttolöhne stiegen von April bis Juni zwar um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allerdings erhöhten sich die Verbraucherpreise genauso stark, so dass das Gehaltsplus von der Inflation komplett aufgezehrt wurde.

Plakat mit der IG Metall-Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn

5,5 Prozent mehr Lohn? Für die meisten Arbeitnehmer ist das nicht mehr als eine schöne Vorstellung.

Den vergleichsweise geringen Lohnanstieg im Frühjahr führten die Statistiker auf niedrigere Sonderzahlungen zurück. Die Unternehmen dürften wegen der schwächelnden Konjunktur zurückhaltend mit Prämien und Boni gewesen sein.

Höhere Lohngrenze hilft Geringverdienern

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im zweiten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3447 Euro brutto im Monat. Die höchsten Löhne zahlten Banken und Versicherungen (4535 Euro), Energieversorger (4522 Euro) sowie IT- und Kommunikationsunternehmen (4485 Euro). Im Gastgewerbe gab es hingegen nur durchschnittlich 2013 Euro.

Besonders deutlich stiegen die Löhne der geringfügig Beschäftigten - nämlich um immerhin 5,7 Prozent. Hier machte sich die neue Verdienstgrenze bemerkbar. Sie war zu Jahresbeginn von 400 auf 450 Euro angehoben worden. Die Löhne der Vollzeitbeschäftigten kletterten dagegen nur um 1,2 Prozent, die der Teilzeitbeschäftigten um 2,6 Prozent.

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KOMMENTARE

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DeHahn 08.10.2013 • 19:30 Uhr

Nein wirklich?

Zwischen der Hirnrinde und dem Hirnstamm gibt es einen großen Unterschied. Denn es dominieren die Gefühle IMMER ÜBER DEN VERSTAND. So erklärt sich die Tatsache, dass seit einigen Jahren große Teile der Lohnbezieher sinkende Realeinkommen haben, aber immer wieder dieses dämliche Warenkorb- und Inflationsgeeier veranstaltet wird, um das zu verschleiern. Entscheidend ist eben für viele, dass auf dem Zettel eine höhere Zahl steht, auch wenn das real weniger ist. Und so können die Politiker dreist behaupten, dass es uns noch nie so gut gegangen ist.