Türkische Lira  | Bildquelle: REUTERS

Krise in der Türkei Inflation klettert auf 25 Prozent

Stand: 05.11.2018 15:21 Uhr

Die Türkei hat weiter mit steigender Inflation zu kämpfen. Im Oktober kletterte sie auf 25 Prozent - den höchsten Stand seit 15 Jahren. Viele Waren werden damit immer teurer für die Türken.

Die Inflation in der Türkei nimmt weiter zu. Im Oktober kletterte sie auf 25,2 Prozent - den höchsten Stand seit 15 Jahren, wie das türkische Statistikamt mitteilte. Die Lira verlor laut den Behörden 0,5 Prozent an Wert, ein Dollar wurde mit 5,45 Lira gehandelt. So werden in Euro oder Dollar abgerechnete Importe teurer, was die Inflation anheizt.

Der Anstieg fiel etwas höher aus als von Ökonomen erwartet, jedoch weit geringer als im September, als die Preise um 6,3 Prozentpunkte im Monatsvergleich zugelegt hatten. Damals war die Lira nach Bekanntgabe der Inflationszahlen deutlich eingebrochen. Im Oktober stiegen die Preise bei Haushaltswaren (37,9 Prozent), Transport (32 Prozent) und Lebensmitteln (29,3 Prozent) besonders stark.

Erdogans Machtfülle als ein Auslöser

Die Regierung stemmt sich unter anderem mit umfangreichen Steuersenkungen gegen den Preisauftrieb. Finanzminister Berat Albayrak, der Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan, fordert zudem von Firmen Preissenkungen.

Ausgelöst wurde die Währungskrise unter anderem von der Sorge vor einer zu großen Einflussnahme Erdogans auf die eigentlich unabhängige Notenbank. Zudem belasten der Streit mit den USA über den amerikanischen Pastor Andrew Brunson und die daraus folgenden US-Sanktionen die wirtschaftliche Lage des Landes.

Der Präsident fordert trotz der hohen Inflation niedrigere Zinsen. Die Zentralbank hatte den Satz im September auf 24 Prozent angehoben, im Oktober aber still gehalten. Notfalls will sie nachlegen. Davor dürfte sie aber zurückschrecken, da dies nach Meinung von Experten die Rezession verstärken könnte. Volkswirte gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Türkei in diesem und im nächsten Quartal schrumpft.

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