Tanken | Bildquelle: dpa

Inflation auf dem Rückzug Sprit ist billiger, Lebensmittel kosten mehr

Stand: 16.04.2020 12:04 Uhr

Autofahrer müssen weniger fürs Tanken zahlen, auch Heizöl ist deutlich billiger geworden. Die Corona-Krise drückt die Preise. Dagegen sind Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich teurer geworden.

Fallende Ölpreise haben die Inflation in Deutschland deutlich gedämpft. Die Verbraucherpreise stiegen im März nur noch um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Im Februar hatte die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank sieht einen Wert von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an.

Die niedrigere Inflationsrate ist vor allem auf den Absturz der Ölpreise zurückzuführen. Dadurch verbilligte sich Energie um 0,9 Prozent zum März 2019. "Am stärksten gaben die Preise für Heizöl infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt nach", erklärten die Statistiker. Sie brachen um fast ein Fünftel ein, während Kraftstoffe um 3,3 Prozent günstiger wurden.

Vor allem Fleischwaren sind teurer geworden

Rohöl hatte sich wegen der weltweiten Rezession infolge der Coronavirus-Pandemie und des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien und Russland stark verbilligt. Strom und Erdgas wurden dagegen teurer.

Auch für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher tiefer ins Portemonnaie greifen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kosteten sie knapp vier Prozent mehr. Insbesondere die Preise für Fleisch und Fleischwaren sowie Obst stiegen deutlich - jeweils plus 8,8 Prozent.

Bei Dienstleistungen lag der Preisaufschlag bei 1,4 Prozent, wobei die Nettokaltmieten um 1,5 Prozent anzogen. Die Teuerungsrate dürfte im laufenden Jahr auf 0,6 Prozent fallen, nachdem sie 2019 noch bei 1,4 Prozent lag, sagen die führenden Institute in ihrem Gutachten für die Bundesregierung voraus.

"So dürften sich die privaten Haushalte mit Konsumausgaben, bei denen Begegnungen mit anderen Personen das Ansteckungsrisiko erhöhen, vorerst zurückhalten", heißt es darin. "Die geringere Nachfrage in diesen Bereichen wirkt in der Tendenz preisdämpfend." Demgegenüber dürften sich die Preise dort erhöhen, wo sich das Angebot aufgrund von Engpässen durch gestörte Lieferketten oder fehlende Arbeitskräfte verknappe.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 16. April 2020 um 12:23 Uhr.

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