Eine Hand zählt Geldscheine | dpa

Teure Energie Rekordinflation im Euroraum

Stand: 20.01.2022 13:06 Uhr

Die Geldentwertung im Euroraum hat Ende 2021 einen Rekordwert erreicht. Im Dezember kletterte die Inflationsrate um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Derweil funkt ein wichtiger Inflationsvorbote weiterhin SOS.

Die Inflationsrate im Euroraum ist im Dezember auf 5,0 Prozent geklettert, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. Damit bestätigte sie ihre erste Schätzung. Die Inflationsrate lag danach zum Jahresende so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro 1997. Im November hatte die Teuerungsrate noch bei 4,9 Prozent gelegen - auch dies war bereits ein Rekord.

Klar über dem EZB-Ziel

Im Dezember wurde die Geldentwertung erneut durch einen extrem starken Anstieg der Energiepreise angefacht, die sich zum Vorjahresmonat um knapp 26 Prozent verteuerten. Lebens- und Genussmittel kosteten 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ohne Energie, Lebens- und Genussmittel stieg das Preisniveau um 2,6 Prozent. Diese sogenannte Kernrate wird von vielen Ökonomen als verlässliches Maß für den Inflationstrend angesehen.

Doch auch die Kernrate liegt deutlich über dem mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund zwei Prozent. Während andere große Notenbanken wie die US-Zentralbank Fed oder die Bank of England bereits Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung in Aussicht gestellt oder bereits vollzogen haben, will die EZB die Füße erst einmal stillhalten.

Erzeugerpreise mit Rekordanstieg

Dabei dürfte sich der Trend steigender Inflationsraten erst einmal fortsetzen. Darauf weist die Entwicklung der Erzeugerpreise hin. Diese stiegen in Deutschland, der größten europäischen Volkswirtschaft, im Dezember um 24,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit so stark wie nie zuvor.

Die Erzeugerpreise zeigen die Preisentwicklung für in Deutschland erzeugte und verkaufte Produkte, beispielsweise der Industrie. Sie haben in einer späteren Stufe des Wirtschaftsprozesses auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Januar 2022 um 09:00 Uhr.