Eine Euro-Münze in den Farben Europas

Inflationsrate Reisen und Essen treiben die Preise

Stand: 27.06.2019 16:41 Uhr

Verbraucher müssen für Reisen und Nahrungsmittel etwas mehr bezahlen, als im Juni vergangenen Jahres. Das treibt die Inflationsrate in Deutschland leicht nach oben. Sie liegt jetzt bei 1,6 Prozent.

Die Inflationsrate ist leicht gestiegen. Von Mai zum Juni legte sie um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 1,6 Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen zufolge sind gestiegene Kosten für Nahrungsmittel und rund ums Reisen die Ursache.

Vor allem für Pauschalreisen in den Pfingstferien und zum Beginn der Sommerreisesaison mussten Urlauber etwas mehr bezahlen. Ganz allgemein waren Dienstleistungen 2,0 Prozent teurer als im Juni vergangenen Jahres. Nicht mehr ganz so viel ausgeben müssen Verbraucher dagegen für Energie. Die Kosten lagen in den vergangenen Monaten immer um etwa vier Prozent höher als im Vorjahr. Jetzt schwächte sich zumindest der Anstieg ab - auf 2,2 Prozent.

Draghi | Bildquelle: VIGINIA MAYO/POOL/EPA-EFE/REX
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Öl, Strom und Gas waren die Preistreiber 2018

Das wird nach Ansicht des Ökonomen Sebastian Wanke von der staatlichen Förderbank KfW in diesem Jahr zu einer insgesamt sinkenden Inflationsrate beitragen. Verbraucher hätten damit wieder ein paar Euro mehr in der Tasche.

Preistreiber waren laut Wanke im vergangenen Jahr die Energiepreise. Sie hatten von August bis Oktober kräftig angezogen. Wenke rechnet nicht damit, dass sich das dieses Jahr wiederholen wird.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie strebt für den Euroraum insgesamt eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst nach Überzeugung von Experten die Wirtschaft.

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