Wegen Liquiditätsproblemen Zwei deutsche Immobilienfonds stoppen Auszahlungen

Stand: 29.10.2008 16:07 Uhr

Immer mehr Immobilienfonds geraten in Schieflage, weil Anleger ihr investiertes Geld abziehen möchten. Die Fondsgesellschaften AXA Investment Managers und TMW Pramerica schlossen jeweils einen ihrer offenen Immobilienfonds.

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Offene Immobilienfonds halten oft Anteile an Wohn- und Geschäftshäusern.

Investoren, die ihr Geld bei "AXA Immoselect" angelegt haben, müssen nun mindestens drei Monate auf eine Auszahlung warten. Das bedeutet, dass sie derzeit keine Fondsanteile zurückgeben und das Geld auf andere Weise anlegen könnnen. Der Grund für den Schritt: Dachfonds und Vermögensverwalter haben innerhalb von vier Wochen rund 420 Millionen Euro abgezogen. Damit reiche die Liquidität des Fonds nicht mehr aus, um weitere Anteilsverkäufer auszuzahlen, teilte die Gesellschaft mit. Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von rund 3,6 Milliarden Euro.

Anleger hatten zu viel Geld abgezogen

Auch die Gesellschaft TMW Pramerica Property Investment erklärte, sie werde ihren "TMW Immobilien Weltfonds" für drei Monate schließen. Anleger hätten vermehrt Anteile verkauft und ohne eine Schließung wäre die gesetzliche Mindestliquidität von fünf Prozent unterschritten worden.

Bereits Anfang der Woche hatte die Fondsgesellschaft KanAm ihren "KanAm US-grundinvest Fonds" geschlossen. Nun sei auch der "KanAm grundinvest Fonds " für drei Monate geschlossen worden.

"Kein allgemeiner Trend"

Offene Immobilienfonds kaufen meist große Büro-, Einzelhandels- oder Firmenimmobilien und wollen den Investoren eine im Vergleich zu Aktien deutlich sicherere Anlagemöglichkeit bieten. Denn in der Regel bleiben die Einnahmen aus der Vermietung der Immobilien sowie ihr Verkaufswert relativ konstant. Dem Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) zufolge lässt sich aus den Aussetzungen kein allgemeiner Trend ableiten. AXA und TMW verwiesen zudem darauf, dass das Sondervermögen der Fonds unangetastet bleibe und den Anlegern gehöre.

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