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Vorwurf der Steuerhinterziehung Ikea-Gründer unter Verdacht

Stand: 27.01.2011 15:13 Uhr

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad kontrolliert einem Fernsehbericht zufolge das milliardenschwere schwedische Möbelunternehmen über eine bislang unbekannte Stiftung noch immer und hinterzieht damit auch Steuern. Zentrum des Unternehmensgeflechts sei die Stiftung Interogo im Steuerparadies Liechtenstein, hieß es in einer Dokumentation des schwedischen Senders SVT.

Kamprad wies den Vorwurf der Steuerhinterziehung zurück. Ikea befolge die Gesetze und zahle seine Steuern, hieß es in der Erklärung, die auch auf der Unternehmenswebseite veröffentlicht wurde.

Der 84-jährige Firmengründer bestätigte am Abend vor Ausstrahlung der Sendung im schwedischen Fernsehen in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur TT aber die Existenz der Stiftung Interogo. Diese werde zwar von seiner Familie kontrolliert, aber von einem Gremium von Außenstehenden geleitet. Weder er noch seine Familie übten noch irgendeine Kontrolle über Ikea aus, versicherte er. Das Unternehmen gehöre ausschließlich der niederländischen Stiftung namens "Stichting Ingka Foundation" und deren Tochter Ingka Holdings. Ziel der Interogo sei es, das "langfristige Überleben" Ikeas zu sichern, schrieb Kamprad.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad

Ikea-Gründer Kamprad lebt schon seit 1976 in der Schweiz - um Steuern zu sparen.

Wer bestimmt über Ikea?

In der zweiteiligen Fernsehdokumentation heißt es dagegen, Kamprad habe sich "Kontrolle und Macht über Ikea gesichert". Er habe "unter völliger Geheimhaltung" die Stiftung Interogo gegründet - "in einem der bekanntesten Steuerparadiese der Welt, Liechtenstein". Dem Fernsehbericht zufolge ist Inter Ikea Systems ein Ableger der Stiftung, bei jedem Verkauf streicht dieser steuerfrei drei Prozent des Umsatzes ein. Interogo habe so ein Kapital von 100 Milliarden Kronen (rund 11,2 Milliarden Euro) angehäuft. Milliardengewinne würden ins Ausland geschafft und zwischen den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, den Jungferninseln und Zypern verteilt, "um keine Steuern zahlen zu müssen", heißt es in dem Bericht.

"Optimierende Struktur"?

Steuern habe er immer auch als Kosten betrachtet, schrieb Kamprad. Deshalb habe er eine "optimierende Struktur" gewählt. Kamprad lebt seit 1976 in der Schweiz, weil er nach eigenen Angaben die hohen Steuern in seinem Heimatland Schweden nicht zahlen wollte. Der 1926 im schwedischen Agunnaryd geborene Selfmade-Unternehmer gilt als medienscheu. Die Geschäftsbücher seines nicht an der Börse notierten Unternehmens hielt er stets verschlossen.

Das Milliarden-Imperium

Seine ersten Geschäfte macht Kamprad mit Füllfederhaltern und Streichhölzern. 1947 verkaufte er seine ersten Möbel und unterbot regelmäßig seine Konkurrenten. Mit der Idee des zusammenbaubaren und damit leichter lager- und transportierbaren Möbelstücks begann Ikeas Erfolgsgeschichte. 2010 arbeiteten 127.000 Mitarbeiter in 41 Ländern für den Möbelriesen, der Umsatz betrug nach Konzernangaben mehr als 23,1 Milliarden Euro. Den größten Anteil am Umsatz - 15 Prozent - erzielte Ikea in Deutschland.

In einem Ikea-Möbellager

Möbel zum Selbstaufbauen - das Erfolgskonzept von Ikea