Ikea-Schild in Berlin | Bildquelle: dpa

Größter Möbelkonzern Ikea baut um

Stand: 21.11.2018 15:10 Uhr

Der weltweit größte Möbelkonzern Ikea strukturiert um: mehr online, neue Ladenformate in den Städten. Auch die Verwaltung wird verschlankt. Ikea reagiert so auf die rasanten Veränderungen im Einzelhandel.

Weil er mit den gewohnten Möbelhäusern kaum noch wachsen kann, baut der Ikea-Mutterkonzern Ingka um. "Wir stellen fest, dass sich die Einzelhandelslandschaft in einem nie dagewesenen Ausmaß und Tempo verändert", erklärte Ingka-Chef Jesper Brodin. Ikea müsse deshalb Geschäfte entwickeln, mit denen die Wünsche des Marktes besser und auf neue Weise beachtet würden.

Neben dem Ausbau der Online- und Service-Angebote sollen neue innerstädtische Einrichtungshausformate aufgebaut werden, wie das Unternehmen ankündigte: "In den kommenden drei Jahren werden wir durch neue Einrichtungshausformate, innerstädtische Präsenzen und ein optimiertes digitales Angebot für unsere Kunden noch zugänglicher und das Einkaufen noch bequemer", erklärte der Ikea-Privatkunden-Manager Tolga Öncü.

Ikea-Chef Jesper Brodin | Bildquelle: AFP
galerie

Ikea-Chef Brodin will die "Organisation vereinfachen".

Mehr Online, neue Ladenformate

In der Konsequenz sollen in den kommenden Jahren vor allem in den zentralen Funktionen 7500 Arbeitsplätze gestrichen werden, fast jeder zehnte davon im Mutterland Schweden. Im Bereich Online und neuen Laden-Formaten sollen dagegen 11.500 neue Jobs geschaffen werden. Unter dem Strich würden so rund 4000 neue zu den bestehenden 160.000 Jobs hinzukommen. Ikea unterhält weltweit 367 Möbelhäuser in 30 Ländern.

"Wir müssen unsere Organisation vereinfachen", sagte Konzernchef Brodin - zehn Monate nach dem Tod des Gründers Ingvar Kamprad. Der Personalabbau, der etwa fünf Prozent der gesamten Arbeitsplätze ausmacht, betreffe vor allem zentrale Funktionen und Servicebüros. Dies betreffe nicht den Ladenbetrieb oder Vertriebseinheiten.

Auf dem deutschen Markt war Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende August noch um 2,8 Prozent auf einen Umsatz von fünf Milliarden Euro gewachsen. Global betrug das Erlöswachstum währungsbereinigt 4,7 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro.

Besucherinnen einer Ikea-Filiale in Stockholm | Bildquelle: REUTERS
galerie

In Schweden wächst die Kritik an dem Ikea-Umbau.

Sorgen in Schweden

Schwedens IKEA-Chef Håkan Svedman sagte, in dieser Woche informiere der Konzern die Mitarbeiter über die Umbaupläne. Er denke, dass sich auf der einen Seite alle auf die Weiterentwicklung freuten, so Svedman, auf der anderen Seite werde sie für einzelne Mitarbeiter aber auch persönliche Konsequenzen haben. Er habe Verständnis für deren Sorgen.

In schwedischen Medien gibt es unterdessen erste Kritik am "neuen" Ikea. Es wäre besser, heißt es, teils langjährige Mitarbeiter weiterzubilden, anstatt sie wie alte IKEA-Möbel zu entsorgen.

Mit Informationen von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 21. November 2018 um 15:34 Uhr.

Darstellung: