Silhouetten von Vorstandsmitgliedern vor dem IKB-Logo

EU-Kommission genehmigt Rettungsplan Weg frei für IKB-Verkauf

Stand: 21.10.2008 15:36 Uhr

Die EU-Kommission hat das staatliche Rettungspaket für die Mittelstandsbank IKB unter Auflagen genehmigt. Die Hilfen in Höhe von neun Milliarden Euro seien "mit den EU-Vorschriften für Beihilfen an Unternehmen in Schwierigkeiten vereinbar", erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel. Die Staatshilfe für die IKB sei wie vorgeschrieben "auf das erforderliche Minimum begrenzt", unterstrich die EU-Kommission. Damit ist der Weg für die Umstrukturierung der Bank frei. Auch der Verkauf der Düsseldorfer Bank an den US-Investor Lone Star kann nun endgültig vollzogen werden.

Silhouetten von Vorstandsmitgliedern vor dem IKB-Logo

Neuer Mehrheitseigentümer der IKB kann nach der Entscheidung aus Brüssel der US-Investor Lone Star werden.

Positive Geschäftsentwicklung erwartet

Der Verkauf an Lone Star verspreche "eine positive Geschäftsentwicklung der IKB", erklärte Kroes. Die Kommission ergänzte, dass die langfristige Rentabilität der Bank dadurch sichergestellt werde, dass sich die IKB künftig auf ihr Kerngeschäft konzentriere, verlustbringende Geschäftsbereiche abwickle und das Kosten- und Risikomanagement verbessere. Kerngeschäft der Bank ist die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen. Den Auflagen der Kommission zufolge muss die IKB ihr internationales Geschäft zurückfahren und aus der Immobilienfinanzierung austeigen. Durch die Auflagen wird sich Schätzungen zufolge die Bilanzsumme der IKB im Vergleich zur Zeit vor der Krise in etwa halbieren.

Die IKB war das erste Institut in Deutschland, das 2007 von der damals beginnenden Krise am US-Immobilienmarkt getroffen wurde. Die IKB hatte sich mit Ramschhypotheken in den USA verspekuliert und war dadurch in eine dramatische Schieflage geraten. Die staatliche Förderbank KfW, der Bund und andere Institute hatten die Düsseldorfer Bank mit einem milliardenschweren Rettungspaket vor dem Zusammenbruch bewahrt.