Antrag auf Kurzarbeit | Bildquelle: dpa

Ifo-Institut Anteil der Firmen mit Kurzarbeit sinkt

Stand: 31.08.2020 11:28 Uhr

Die Maßnahmen zur Konjunkturbelebung scheinen zu wirken. Das ergibt eine neue Studie des Münchner Ifo-Instituts. Demnach ist der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit weiter gesunken - allerdings langsam.

Nach den dramatischen Einschnitten der letzten Monate scheint sich die deutsche Wirtschaft zu erholen. Das zumindest legen nun Zahlen des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung nahe. Demnach sank der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit zwischen Juli und August von 42 auf 37 Prozent.

Auch wenn insgesamt immer noch viele Unternehmen auf die staatlichen Hilfen angewiesen seien, sei der Trend eindeutig, erklärte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. "Der Anteil an Firmen mit Kurzarbeit war über fast alle Branchen hinweg rückläufig", sagte er. Einzelne Branchen wie Tourismus oder Gastronomie blieben besonders hart betroffen. 

Spitzenreiter in Sachen Kurzarbeit ist die Industrie mit 53 Prozent der Firmen. Im Juli waren es dort noch 57 Prozent. Bei den Dienstleistern befinden sich noch 33 (Juli: 39) Prozent der Betriebe in Kurzarbeit. Im Handel fiel der Anteil auf 26 (31) Prozent. Vergleichsweise wenig betroffen ist das Bauhauptgewerbe. Hier gibt es laut Ifo-Institut nur in sieben (11) Prozent der Unternehmen Kurzarbeit.

"Riesige Unterschiede" innerhalb einzelner Wirtschaftszweige

Innerhalb der großen Wirtschaftszweige gibt es den Forschern zufolge allerdings riesige Unterschiede. "Das zeigt sich besonders deutlich an den Dienstleistern", betonten sie. Obwohl der Durchschnittswert nur 33 Prozent betrug, waren im August 88 Prozent der Reisebüros und -veranstalter in Kurzarbeit, 74 Prozent der Arbeitskräftevermittler, 71 Prozent der Hotels, 69 Prozent der kreativen und künstlerisch tätigen Betriebe, 52 Prozent der Gastronomieunternehmen und 40 Prozent der Verlage. Besonders wenig Kurzarbeit gab es im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 4,2 Prozent sowie bei Informationsdienstleistern mit 2,8 Prozent.

Sehr gemischt sieht es in der Industrie aus. Hier waren im August noch 80 Prozent der Metallerzeuger und -bearbeiter in Kurzarbeit. Bei den Herstellern von Bekleidung waren es 67 Prozent und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen ebenfalls 67 Prozent. In der Autobranche betrug der Anteil 65 Prozent der Unternehmen, in der Chemie hingegen nur 34 Prozent, bei den Herstellern von Nahrungsmitteln 14 Prozent und bei der Pharmazie vier Prozent.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. August 2020 um 17:00 Uhr.

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