ICE-Zug | Bildquelle: dpa

Strecke Hannover-Bielefeld Neue ICE-Trasse für Tempo 300 geplant

Stand: 25.03.2019 18:05 Uhr

Die Bahn will die Zugverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin beschleunigen. Dafür plant sie eine neue ICE-Trasse zwischen Hannover und Bielefeld, auf der die Züge bis zu 300 km/h fahren können.

Zur Beschleunigung des Bahnverkehrs zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin ist eine neue ICE-Trasse für Tempo 300 zwischen Hannover und Bielefeld in der Planung. Bevorzugt werde eine Trassenführung entlang der Autobahn 2, sagte der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann. "Unser Kernziel ist Berlin-Köln in vier Stunden."

Vorbild ist ICE-Strecke Berlin-München

Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. | Bildquelle: dpa
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Der CDU-Politiker Enak Ferlemann, Bahn-Beauftragte der Bundesregierung: "Unser Kernziel ist Berlin-Köln in vier Stunden."

Die Bahn will damit mehr Fahrgäste für die schnelle und ökologische Schiene gewinnen und weniger an den innerdeutschen Flugverkehr abgeben. "Heraus kommt nachher ein Halbstundentakt, das ist doch ein Traum für die Gesamtregion", so der CDU-Politiker Ferlemann.

Als Vorbild nannte er die Ende 2017 in Betrieb gegangene neue ICE-Trasse von Berlin nach München. Auf der Verbindung verdoppelte die Bahn im ersten Jahr die Zahl ihrer Fahrgäste und löste das Flugzeug als meistgenutztes Verkehrsmittel ab. Die Fahrzeit sank dank der neuen Strecke von sechs auf vier Stunden in den schnellsten Zügen, den sogenannten Sprintern.

Dialogforum mit Bürgern und Kommunen

Bisher pendelt der ICE stündlich zwischen Köln und Berlin und benötigt rund 4 Stunden und 40 Minuten. Die Planungen für die neue Trasse zwischen Hannover und Bielefeld sollten in diesem Jahr so weit vorangetrieben werden, dass im kommenden Jahr bei einem Dialogforum mit Bürgern und Kommunen über eine Vorzugsvariante beraten werden könne, sagte Ferlemann. Auch die Züge zwischen Berlin und Amsterdam sollen dadurch schneller werden.

In der Ausbauplanung des Bundes befindet sich die Strecke mit veranschlagten Kosten von knapp 1,9 Milliarden Euro im vordringlichen Bedarf. Bislang war lediglich ein Ausbau für maximal 230 Kilometer pro Stunde geplant. Dies reicht nach neuen Überlegungen aber nicht aus, um den vom Bundesverkehrsministerium geplanten "Deutschlandtakt" mit schnellen Anschlüssen in alle Landesteile umzusetzen.

"Wir müssen zwischen Hannover und Bielefeld mit 300 km/h fahren, um die Fahrzeit zwischen Hannover und Hamm auf unter eine Stunde zu drücken", sagte Ferlemann. Dann könnten die großen Knotenbahnhöfe so angefahren werden, dass auch der Umstieg in andere Regionen funktioniert und alle von dem schnellen Zug profitieren. Zwischen Hannover und Hamm ist die Bahn dafür derzeit noch zu langsam, die Fahrzeit beträgt im Moment eine Stunde und 35 Minuten.

Bahn äußert sich zu Planungen nicht

Die Deutsche Bahn wollte sich zu den Planungen auf Nachfrage noch nicht äußern. Die Verkehrsministerien in Düsseldorf und Hannover verwiesen auf die Planungshoheit des Bundes.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. März 2019 um 10:00 Uhr.

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