Flugverbot

Internationaler Flugverband beziffert Schaden Flugverbote kosten Airlines Milliarden

Stand: 21.04.2010 12:50 Uhr

Das Flugverbot nach dem Vulkanausbruch auf Island hat die Fluggesellschaften nach eigener Schätzung bis Dienstag rund 1,7 Milliarden Dollar Umsatz gekostet. Diese Zahl nannte der Generaldirektor der Internationalen Luftfahrtvereinigung IATA, Giovanni Bisignani. An den drei Tagen mit den meisten Ausfällen - Samstag bis Montag - seien den Unternehmen täglich rund 400 Millionen Dollar Einnahmen verloren gegangen.

Die Behinderungen hätten sogar das Flugverbot in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Schatten gestellt. Damals war der dortige Luftraum drei Tage lang geschlossen. Wegen der insgesamt schwierigen Lage rechnet er für die Flugunternehmen in Europa in diesem Jahr mit einem Verlust von 2,2 Milliarden Dollar.

Verband fordert Kostenübernahme

Luftfracht steht auf dem Flughafen von Hongkong
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Weil Flugverbote den Luftverkehr in Europa stoppen, stapelt sich auf dem Flughafen von Hongkong die Luftfracht.

Bisignani verlangte von den Regierungen in Europa einen Ausgleich für die Einnahmeausfälle durch das Flugverbot. Dieses sei nicht auf der Grundlage einer Risikoabschätzung, sondern auf Basis unsicherer Erkenntnisse erfolgt. Das Ausmaß der Sperrung sei unverhältnismäßig gewesen, und die Fluggastrechte belasteten auch bei einem solchen "Akt Gottes" einseitig die Airlines, begründete der IATA-Chef.

Bisignani kritisierte auch die langsamen Entscheidungen der europäischen Länder. Sie hätten langsam und unorganisiert auf die Aschewolke reagiert. So habe es fünf Tage gedauert, bis die Verkehrsminister sich zu einer Konferenz zusammengefunden hätten.

Der Verbandschef verlangte nun eine vorübergehende Lockerung des Nachtflugverbots, damit die Versorgungsströme schnell wieder hergestellt werden könnten, und regte einen Erlass der Standgebühren für die Flugzeuge auf den Flughäfen an.

Lufthansa will nicht um Staatshilfe bitten

Die Deutsche Lufthansa will nach eigenen Angaben nicht um Staatshilfen nachsuchen. Die Fluglinien bräuchten aber Erleichterungen bei Regulierungen, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Er wollte die der Lufthansa entstandenen Kosten nicht beziffern. "Marginal sind sie nicht", sagte er.

Die International Air Transport Association (IATA) mit Sitz in Montreal vertritt weltweit rund 230 Fluggesellschaften, die über 90 Prozent der internationalen Flüge durchführen. Mitglied der IATA sind auch die beiden größten deutschen Airlines Lufthansa und Air Berlin.

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