Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe Verdacht auf Insider-Geschäfte bei HRE

Stand: 27.12.2008 15:44 Uhr

Die Affäre um Missmanagement und Untreue beim krisengeschüttelten Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) könnte größere Ausmaße annehmen als bisher bekannt. Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft seit Februar auch den Verdacht auf verbotene Insider-Geschäfte. Das sagte der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Anton Winkler, und bestätigte damit einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht.

Hypo Real Estate in München
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Hypo Real Estate in München

Winkler erklärte, es habe mehrere Anzeigen wegen Verkäufen von HRE-Aktien in erheblichem Umfang noch vor der ersten Alarmmeldung des Konzerns wegen der Finanzkrise am 15. Januar 2008 gegeben. Laut "Spiegel" richten sich die Anzeigen gegen HRE-Manager sowie deren Familienangehörige und Freunde.

"Wir haben die BaFin gebeten, den Sachverhalt zu überprüfen, die Antwort steht noch aus", sagte Winkler. "Wir beobachten, ob wir selbst neue Erkenntnisse bekommen, vor allem warten wir aber das Ergebnis der BaFin ab." Dann werde sich zeigen, ob strafrechtlich relevantes Verhalten im Einzelfall vorgelegen habe und Ermittlungen gegen einzelne Personen wegen Insiderhandels aufgenommen werden müssten.

Über ein Jahr lang die Öffentlichkeit getäuscht?

Im Januar 2008 hatte das Institut einen schweren Gewinneinbruch und Millionenabschreibungen bekannt gegeben, nachdem es zuvor jede Betroffenheit von der Finanzkrise bestritten hatte. Die Aktien verloren daraufhin massiv an Wert. Parallel dazu untersucht die Behörde, ob die Führung des Konzerns die Lage der HRE auch später "bewusst unrichtig dargestellt" und ihre "Vermögensbetreuungspflicht verletzt" hat, wie das Magazin schreibt. Es werde gegen mehrere Alt- und Noch-Vorstände wegen unrichtiger Darstellung, Marktmanipulation und Untreue ermittelt, zitiert das Magazin aus einem Durchsuchungsbeschluss.

Bereits Mitte Dezember hatten Ermittler Geschäftsräume der HRE durchsucht. Über ein Jahr lang solle der alte Vorstand die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Unternehmens getäuscht haben, schreibt der "Spiegel". Ein HRE-Sprecher wollte sich zu den Vorwürfen auf dessen Anfrage nicht äußern.

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