Meng Wanzhou | Bildquelle: MAXIM SHIPENKOV/EPA-EFE/REX/Shut

Huawei-Managerin in Gewahrsam China protestiert heftig gegen Festnahme

Stand: 06.12.2018 12:36 Uhr

Huawei wird vorgeworfen, Sanktionen der USA gegen den Iran zu umgehen. Deswegen wurde die Finanzchefin des Konzerns verhaftet. Mitten im Handelsstreit sorgt das für Unmut zwischen China und den USA.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Chinas Staats- und Parteiführung protestiert gegen die Verhaftung der Huawei-Spitzenmanagerin Meng Wanzhou in Kanada. Die Finanzchefin wurde wegen eines US-Haftbefehls in Kanada festgenommen. Man wirft ihr und dem Konzern Verstoß gegen Iran-Sanktionen vor.

Der chinesische Regierungssprecher Geng Shuang forderte die kanadischen Behörden auf, die Huawei-Managerin freizulassen. Die USA und Kanada müssten außerdem die Gründe für die Festnahme Mengs darlegen, forderte der Regierungssprecher.

In einer Erklärung auf der Webseite der chinesischen Botschaft in Kanada heißt es, die Festnahme der hochrangigen Geschäftsfrau verletze die Menschenrechte. Sie habe weder kanadische noch US-amerikanische Gesetze gebrochen. Die deutliche Positionierung der chinesischen Führung in dem Fall zeigt, wie eng verbunden Chinas Privatunternehmen mit der Staats- und Parteiführung sind.

Google Nexus 6P von Huawei
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Huawei ist einer der großen Smartphone-Hersteller in China.

Zuspitzung mitten im Handelsstreit

Zurückhaltender äußerte sich Huawei selbst. Das Technologie-Unternehmen mit Sitz im südchinesischen Shenzhen erklärte, man glaube an eine gerechte Lösung der Angelegenheit durch die Justizbehörden in Kanada und den USA. Viele Experten weisen aber auf die politische Komponente des Falls hin und rechnen mit neuen Konflikten zwischen Kanada, den USA und China.

"Eine Spitzenmanagerin von Huawei festzunehmen, während China und die USA über die Lösung des Handelsstreits verhandeln, ist bemerkenswert", sagte Huang Xiaosheng, chinesischstämmiger Wirtschaftsanwalt aus Los Angeles, einer kalifornischen Medienplattform. "Besonders an dem Fall ist außerdem, dass Meng die Tochter des Gründers von Huawei, Ren Zhengfei, ist."

Meng wurde auf Betreiben der USA in der kanadischen Westküstenstadt Vancouver festgenommen. Die US-Behörden verlangen ihre Auslieferung. Sie werfen Meng und dem Huawei-Konzern offenbar vor, indirekt gegen Iran-Sanktionen verstoßen zu haben. Morgen soll ein Richter in Vancouver darüber entscheiden, ob Meng auf Kaution auf freien Fuß kommt.

Huawei unter Verdacht

Für Huawei ist die Festnahme nur einer von zahlreichen Rückschlägen in den vergangenen Wochen. Kritiker werfen dem chinesischen Konzern zu große Nähe zur Staatsführung in Peking vor. Immer wieder wird der Verdacht geäußert, Huawei könnte Spionage-Chips in seine Produkte einbauen. In Australien, den USA und Neuseeland dürfen deswegen beim Aufbau des neuen 5G-Systems für mobiles Internet keine Bauteile und Steuerelemente von Huawei mehr verwendet werden.

In Großbritannien hat British Telecom einen ähnlichen Bann gegen das Unternehmen verhängt. Auch in Deutschland diskutieren Fachpolitiker und Experten inzwischen, ob Huawei vom Aufbau des neuen 5G-Netzes ausgeschlossen werden sollte. Der Technologiekonzern ist zwar nicht börsennotiert - im Gegenteil: er hat eine sehr undurchsichtige Firmenstruktur. Trotzdem sorgte die Verhaftung von Meng für Kurseinbrücke an den Aktienmärkten in Asien. Analysten rechnen damit, dass der Fall die Spannungen zwischen China und den USA weiter anheizt.

China protestiert scharf gegen Verhaftung von Huawei-Managerin Meng Wanzhou
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
06.12.2018 12:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2018 um 13:36 Uhr.

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