Der chinesische Konzern Huawei | Bildquelle: dpa

Schwarze Liste Konzerne gehen auf Distanz zu Huawei

Stand: 22.05.2019 15:04 Uhr

Der britische Chiphersteller ARM setzt seine Zusammenarbeit aus, der US-Konzern Microsoft räumt Laptops aus dem US-Online-Store: Trotz des Aufschubs der US-Sanktionen gehen immer mehr Unternehmen auf Distanz zu Huawei.

Trotz eines 90-Tage-Aufschubs der US-Sanktionen schränken immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei ein. Nach BBC-Angaben setzte der britische Chip-Hersteller ARM seine Zusammenarbeit mit Huawei aus.

Microsoft soll inzwischen seine Huawei-Laptops aus dem amerikanischen Online-Store genommen haben. Das berichtet das Techmagazin "The Verge". Microsoft kommentierte dies nach Angaben des Magazins nicht. Laut "Spiegel online" sei aber davon auszugehen, dass das Unternehmen mit dem Schritt auf die von der US-Regierung verhängten Handelseinschränkungen reagiert.

Huawei: Wirklich ein Sicherheitsrisiko?
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.05.2019, Daniel Satra, NDR

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Gerät wird zurückgehalten

In Großbritannien sollen Kunden des britischen Mobilfunkriesen EE das Ende Mai startende 5G-Netz nicht mit Telefonen von Huawei nutzen können. Nachdem EE noch in der vergangenen Woche angekündigt hatte, das Huawei Mate 20 X 5G nach Großbritannien zu bringen, wird das Gerät nach Angaben von EE-Chef Marc Allera nun noch zurückgehalten. Grund sei, dass EE nicht die nötige Service-Sicherheit garantieren könne, sagte Allera. Der Launch sei "pausiert" worden - bis EE die nötigen Informationen zur langfristigen Unterstützung der Kunden erhalte.

Auch Vodafone kündigte an, bei Vorbestellungen für das 5G fähige Huawei Mate 20X in Großbritannien zunächst eine Pause einzulegen.

In Japan teilte der Telekommunikationskonzern Softbank mit, dass die Mobilfunktochter Ymobile die für morgen geplante Markteinführung des Huawei Smartphones P30 Lite verschiebe. Auch der Rivale KDDI legt den Verkaufsstart des Huawei P30 Lite Premium zunächst auf Eis.

Georg Mascolo, Leiter Recherchekooperation NDR/WDR/SZ, zu Huawei und den US-Sanktionen
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.05.2019

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"Drohende Spionage"

Die USA hatten Huawei vergangene Woche wegen angeblich drohender Spionage auf eine Schwarze Liste gesetzt. Firmen benötigen damit eine Genehmigung, um mit dem chinesischen Konzern Geschäfte zu machen. Die Google-Mutter Alphabet stoppte daraufhin den Transfer von Bauteilen und Programmen für Huawei. Damit stünden keine Updates mehr für das Betriebssystem Android zur Verfügung. Um die Auswirkungen für Verbraucher etwas abzumildern, räumte die US-Regierung Huawei aber Anfang der Woche eine dreimonatige Frist ein.

Nicht nur Huawei drohen Sanktionen. Die US-Behörden prüfen auch Einschränkungen für die Video-Überwachungsfirma Hikvision. Das berichtet die "New York Times". Wie auch Huawei könnten der Firma Hürden beim Kauf von US-Technologien auferlegt werden. Eine Managerin von Hikvision gab an, der Konzern sei bislang nicht über drohende US-Sanktionen informiert worden. Das Tech-Unternehmen sei zudem nicht auf Lieferungen aus den USA angewiesen.

Menschen mit Smartphones vor Huawei Bannern | Bildquelle: REUTERS
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Huawei will sein eigenes Betriebssystem schnell einsatzbereit haben.

Eigenes Betriebssystem

Huawei reagiert auf die Sanktionen. Der Konzern will nun sein eigenes Betriebssystem spätestens zum nächsten Frühjahr einsatzbereit haben. Es solle auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und tragbaren Geräten laufen und mit Android-Apps kompatibel sein, kündigte der Chef der Huawei-Verbrauchersparte, Yu Chengdong, laut "Phoenix News" an. Die Software könne auch schon im Herbst fertig sein.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. Mai 2019 um 22:15 Uhr.

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