Bad Bank

Faule Wertpapiere in Milliardenhöhe ausgelagert Bad Bank der HRE gestartet

Stand: 01.10.2010 09:24 Uhr

Zwei Jahre nach dem knapp verhinderten Zusammenbruch hat die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) einen Großteil ihrer Giftpapiere in eine Abwicklungsanstalt ausgelagert. Die Schaffung dieser Bad Bank sei die "größte und komplexeste Umstrukturierungstransaktion, die die deutsche Finanzgeschichte je gesehen hat", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, im ARD-Morgenmagazin. Eine ungeordnete Abwicklung der Bank hätte auf den Bundeshaushalt "Milliardenschäden zurollen lassen".

Der genaue Wert der Transaktion wird erst nach dem Ende der Aktion feststehen, mit dem für Sonntag gerechnet wird. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hatte der Bankenrettungsfonds SoFFin am 10. September sein Garantievolumen vorübergehend um 40 Milliarden auf nun 142 Milliarden Euro aufgestockt.

Staatssekretär Kampeter (CDU) zu Banker-Boni
ARD-Morgenmagazin

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Bad Bank ist Zweckgesellschaft

Bei der "Bad Bank" handelt es sich nicht um eine Bank im klassischen Sinne, sondern um eine Zweckgesellschaft, die keine Banklizenz benötigt. Im Falle der HRE übernimmt die "FMS Wertmanagement" die Risikopapiere. Dafür muss die HRE einen Abschlag von zehn Prozent gegenüber dem ursprünglichen Buchungswert hinnehmen. Im Gegenzug erhält sie eine Schuldverschreibung in Höhe der transferierten toxischen Papiere und kann sich damit bei der Bundesbank neues Geld besorgen. Mit diesem Eigenkapital kann sie neue Kredite vergeben und womöglich wieder auf die Erfolgsspur kommen. Möglich ist diese Variante durch das Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung, das der Bundestag am 3. Juli 2009 beschlossen hatte.

Die erste Bad Bank Deutschlands hatte im Frühjahr die WestLB gegründet. Deren Volumen lag mit rund 85 Milliarden Euro aber deutlich unter dem der HRE.

Der Sondermüll der HRE
tagesschau 30.09.2010, 12:00 Uhr, 30.09.2010, Michaela Bergholz, HR

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