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Talfahrt im September gestoppt Trendwende auf Europas Automarkt?

Stand: 16.10.2020 12:26 Uhr

Lichtblick für die durch Corona hart gebeutelte Autobranche: Im September sind erstmals in diesem Jahr europaweit mehr Autos verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Vor allem Modelle von Audi und Renault waren begehrt.

In den Autohäusern herrschte im September wieder deutlich mehr Andrang: Insgesamt 933.987 Pkws wurden in der EU abgesetzt. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark zog die Autokonjunktur in Italien und Deutschland an. Dort stiegen die Verkäufe um 9,5 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent. Dagegen gingen in Spanien (minus 13,5 Prozent) und Frankreich (minus 3 Prozent) die Neuzulassungen zurück.

Von einer Trendwende zu sprechen dürfte aber verfrüht sein. Im Vorjahresmonat hatte die damals in Kraft tretende neue Stufe des Abgas- und Verbrauchstestverfahrens WLTP zu Vorzieheffekten geführt. Viele Autos waren noch im August neu angemeldet worden, weil sie ab September eine neue Zertifizierung benötigt hätten.

Geringe Nachholeffekte

Die Situation auf dem europäischen Neuwagenmarkt scheine sich derzeit nur auf den ersten Blick zu normalisieren, stellte Peter Fuß, Autoexperte bei EY, fest. "Der Markt schiebt noch immer die massiven Einbußen des ersten Halbjahres vor sich her." Auf Neunmonats-Sicht liegt der europäische Automarkt immer noch deutlich im Minus. Von Januar bis Ende September schrumpften die Neuzulassungen in der EU um 28,8 Prozent - wegen der Corona-Pandemie und des wochenlangen Verkaufsstopps im Frühjahr. Es ist enttäuschend, dass die Nachholeffekte so schwach ausfallen – es müssten sich eigentlich mehr aufgeschobene Neuwagenkäufe aufgestaut haben, nachdem im zweiten Quartal geschlossene Autohäuser zu einem massiven Rückgang der Neuzulassungen geführt hatten“, sagte EY-Experte Fuß.

VW verkauft deutlich mehr, BMW und Daimler weniger

Die größten Gewinner im September waren VW, Renault, FCA und Toyota. VW konnte neun Prozent mehr Autos in der EU verkaufen. Besonders Skoda und Audi waren gefragt. VW-Konkurrent Renault verzeichnete gar ein Absatzplus von fast zehn Prozent – dank Dacia. Toyota verkaufte 10,2 Prozent mehr Autos.

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Am besten lief es im September für FCA. Der italienisch-amerikanische Autobauer schaffte ein Plus von über 14 Prozent. Dagegen mussten die deutschen Premium-Autobauer Federn lassen. Daimler verkaufte zwei Prozent weniger Fahrzeuge, BMW sogar 3,5 Prozent weniger Autos. Besonders die Kleinwagen-Marken Mini und Smart litten.

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Marktanteile von Elektroautos legen weiter zu

Besonders Elektroautos boomten. Laut der EY-Experten erreichten die Marktanteile im September neue Rekordniveaus. Im September hatte fast jeder neunte Neuwagen in den größten fünf Märkten in Europa einen elektrifizierten Antrieb, der Marktanteil betrug 10,6 Prozent. In Deutschland war sogar jeder sechste neu zugelassene Pkw entweder ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid. In den fünf größten Automärkten Europas verdreifachte sich der Absatz von Stromern. Bei Plug-in-Hybriden fiel das Wachstum noch stärker aus – mit einem Plus von 295 Prozent. Dagegen verloren Autos mit Verbrennermotoren an Marktanteilen.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 16. Oktober 2020 um 09:15 Uhr.

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