Umsatzrückgang beim PC-Hersteller Job-Kahlschlag bei Hewlett-Packard

Stand: 24.05.2012 00:41 Uhr

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 insgesamt 27.000 Jobs streichen. Das entspreche acht Prozent der insgesamt 350.000 Mitarbeiter weltweit, teilte das US-Unternehmen nach Börsenschluss mit. Es ist der größte Kahlschlag in der 73-jährigen Geschichte der Firma. Wie stark der Personalabbau Deutschland betrifft, ließ das Unternehmen offen. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Pläne, wie der Stellenabbau in den verschiedenen Ländern und Regionen umgesetzt werden soll", sagte HP-Deutschlandchef Volker Smid. Er könne auch keinen Zeitraum für diese Entscheidung nennen.

HP-Chefin Meg Whitman
galerie

Wertet die Entscheidung als schmerzhaft, aber notwendig: HP-Chefin Whitman.

"Ein Stellenabbau ist niemals leicht, aber in diesem Fall ist er absolut notwendig", erklärte Konzernchefin Meg Whitman. Sie kämpft dagegen an, dass das Geschäft von HP zurückgeht. Der kalifornische Konzern droht die Marktführerschaft an den chinesischen Rivalen Lenovo zu verlieren, der zuletzt merklich zulegen konnte.

Die Kürzungen sind demnach Teil eines größeren Umstrukturierungsprogramms. Um Entlassungen zu vermeiden, sollen den Mitarbeitern Angebote unterbreitet werden, damit sie in den Vorruhestand gehen könnten. Bis Oktober 2014 soll der Abbau vollzogen sein. Durch die Verkleinerung der Belegschaft und weitere Sparmaßnahmen will HP jährlich bis zu 3,5 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) einsparen.

Massenentlassungen bei Hewlett-Packard
M. Braun, DLR
24.05.2012 13:51 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Tablets und Smartphones - die große Konkurrenz

US-Medien hatten bereits über die drohenden Kürzungen berichtet. HP leidet unter anderem darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen, und sich den Kauf eines neuen PC sparen.

Erschwerend hinzu kamen Querelen und konfuse Entscheidungen im Management in der jüngeren Vergangenheit. Whitman trat den Job als Konzernchefin im September an und räumt seitdem auf.

Die Laufschrift an einem Hochhaus in den USA verkündet den geplanten Stellenabbau bei HP.
galerie

Schon vor Tagen vor einem Bild des US-Unternehmers Donald Trump zu lesen: US-Medien hatten am 18. Mai gar von einem Abbau von 30.000 Stellen berichtet.

Quartalszahlen mit einem Fünkchen Hoffnung

Die Nachrichten von den Umstrukturierungsmaßnahmen überschatteten die eigentlich positiven Quartalszahlen von HP. Sowohl Gewinn wie auch Umsatz waren besser als von Analysten erwartet.

Im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April ging der Umsatz um drei Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach. Im vorangegangenen Weihnachtsquartal war der Rückgang allerdings noch drastischer ausgefallen.

"Ich würde noch nicht so weit gehen zu sagen, wir haben die Kurve gekriegt, aber wir machen Fortschritte", sagte Whitman in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Es dauere, HP wieder in die Spur zu bringen. Nachbörslich stieg die Aktie um sechs Prozent.

Darstellung: