Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung am Schreibtisch. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Steuern sparen im Homeoffice

Stand: 06.04.2020 17:12 Uhr

Wer von seinem Arbeitgeber ins Homeoffice geschickt wird, könnte Steuern sparen und unter Umständen sogar die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen. Was dabei zu beachten ist.

Von Verena Schälter, BR

Es ist gemütlich bei Franziska Maier: ein kuscheliges Sofa mit vielen Kissen, ein 50er-Jahre-Couchtisch mit ein paar Kerzen und auf dem Esstisch frische Blumen neben der French-Coffee-Press. So sieht es in ihrem Arbeitszimmer aus, das eigentlich ihr Wohnzimmer ist.

Denn wie so viele Arbeitnehmer muss auch Franziska Maier ihren Job von zuhause aus erledigen. "Ich bin seit dem 12. März im Homeoffice, das hat die Firma so angeordnet. Jetzt stehe ich morgens ganz normal auf, setze mich hier an den Rechner und gehe meine ganz normalen Arbeitstätigkeiten nach", so Maier.

Homeoffice: Rechner und Handy im Dauereinsatz

Franziska Maier arbeitet für eine Fitness-Vermittlungsplattform - eine App, bei der Kunden ein Abo abschließen und darüber verschiedene Fitness-, Yoga- oder Tanzstudios nutzen können. Während Maier unter normalen Umständen persönlich in den Sportclubs vorbei schauen würde, findet in Zeiten von Corona alles nur noch per Mail und per Video- oder Telefonkonferenz statt.

Rechner und Handy sind dabei im Dauereinsatz. Für Franziska Maier entstehen dadurch höhere Kosten: "Das geht beim Strom los, WLAN - gut, man hat meist ein All-inclusive-Paket, aber das nutzt man dann auch mehr als sonst, weil man eben die ganze Zeit zuhause ist."

Häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen?

Nun stellt sich die Frage: Kann man das alles wenigstens von der Steuer absetzen? Unter normalen Umständen kann man das häusliche Arbeitszimmer nur dann bei der Steuer geltend machen, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind, erklärt Hans Daumoser von der Lohnsteuerhilfe Bayern: "Einmal, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist. Zweiter Punkt ist: Wenn dem Arbeitnehmer für seine berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht."

Wenn der Arbeitgeber - wie aktuell häufig in der Corona-Krise - anordnet, dass alle Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten müssen, dann sind diese beiden Kriterien schon mal erfüllt.

Arbeitszimmer ist Voraussetzung für Homeoffice

Allerdings gibt es noch eine weitere wichtige Voraussetzung und die gilt auch in Coronazeiten, so Daumoser: "Ein Nadelöhr ist folgendes: Ich muss einen Raum haben in der Wohnung, der kein Durchgangszimmer ist und der ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird."

Das heißt, in diesem Zimmer dürfen kein Fernseher, keine Couch und auch sonst keine privaten Dinge stehen. Demnach kann Franziska Maier ihr Homeoffice nicht von der Steuer absetzen - außer, sie wandelt ihr Gästezimmer für die Zeit der Coronakrise in ein reines Arbeitszimmer um.

Vorübergehendes Arbeitszimmer möglich

Das würde bedeuten, dass sie "diese privaten Gegenstände alle rausräumt und für die Zeit der Coronakrise keine private Nutzung des Zimmers möglich ist. Dann müsste man es aber auch mit Fotos dokumentieren", erklärt Daumoser.

Wer den Aufwand nicht scheut, für den könnte sich das durchaus lohnen. Denn so kann man - wie sonst auch beim häuslichen Arbeitszimmer - zum Beispiel die Miete anteilig absetzen: Angenommen die gesamte Wohnung ist 120 Quadratmeter groß, das Arbeitszimmer zwölf Quadratmeter, wären das zehn Prozent der Gesamtfläche.

Kosten für Telefon und Internet: Erstatten lassen oder absetzen

Entsprechend werden zehn Prozent der Mietkosten als Werbungskosten eingetragen. Ähnliches gilt für Strom und Wasser. So können maximal 1250 Euro geltend gemacht werden - auch dann, wenn das Arbeitszimmer nicht das ganze Jahr als solches genutzt wird.

Kosten für Telefon, Internet und Büroartikel kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer – unabhängig vom häuslichen Arbeitszimmer – pauschal steuerfrei erstatten: entweder 20 Prozent der jeweiligen Monatsabrechnung oder aber maximal 20 Euro pro Monat.

Ansonsten ist es möglich, die Kosten dafür anteilig als Werbungskosten abzusetzen. Meist akzeptieren die Finanzämter eine Aufteilung in 50 Prozent Privatnutzung und 50 Prozent berufliche Nutzung.

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