Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen in Rostock. | Bildquelle: dpa

Herbstgutachten Weniger Wachstum für 2018 erwartet

Stand: 27.09.2018 10:48 Uhr

Schlechte Aussichten für die Wirtschaft: In ihrem Herbstgutachten rechnen Experten für 2018 nur noch mit 1,7 Prozent Wachstum; Anfang des Jahres waren sie von 2,2 Prozent ausgegangen.

Wachsende internationale Unsicherheit und die schwierige Suche nach Arbeitskräften könnten das Wirtschaftswachstum in Deutschland dämpfen. Die führenden Wirtschaftsforscher senkten ihre Konjunkturpognose in ihrem Herbstgutachten deutlich ab. Für 2018 erwarten sie nun ein Wachstum von 1,7 Prozent - in ihrer Frühjahrsprognose waren sie noch von 2,2 Prozent ausgegangen; für 2019 senkten sie die Prognose von 2,0 auf 1,9 Prozent.

"Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft verliert an Fahrt", erklärte Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. "Die Nachfrage aus dem Ausland ist schwächer geworden, gleichzeitig haben Unternehmen offenbar zunehmend Probleme, genügend Arbeitskräfte für ihre Produktion zu finden."

Weniger Arbeitslose, sinkende Haushaltsüberschüsse

Die Zahl der Erwerbstätigen wird der Prognose zufolge von 44,9 Millionen in diesem auf 45,3 Millionen im nächsten und auf 45,6 Millionen im Jahr 2020 steigen. Gleichzeitig sinke die Zahl der Arbeitslosen von 2,3 über 2,2 auf 2,1 Millionen Menschen. Damit könnte die Arbeitslosenquote von 5,2 über 4,8 auf 4,5 Prozent zurückgehen. Die Verbraucherpreisinflation wird sich voraussichtlich von 1,8 Prozent im Durchschnitt dieses Jahres auf 2 Prozent im kommenden Jahr beschleunigen und 2020 bei 1,9 Prozent liegen.

Für den gesamten Prognosezeitraum erwarten die Institute deutliche Haushaltsüberschüsse des Staates. Im laufenden Jahr dürfte er mit 54 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreichen. Bis zum Jahr 2020 wird er durch die steigenden Staatsausgaben auf rund 41 Milliarden Euro sinken.

Herbstgutachten der Wirtschaftsforscher
tagesschau 12:00 Uhr, 27.09.2018, Esther Neumeier, ARD Berlin

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Internationale Handelskonflikte

Vergrößert haben sich den Wirtschaftsforschern zufolge im Vergleich zum Frühjahr die Risiken: "Weltweit insbesondere durch die zunehmende Zahl von Handelskonflikten, auf europäischer Ebene durch die Möglichkeit eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU und einer möglichen Schuldenkrise in Italien", erklärten die Institute. 

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom RWI in Essen, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, vom Ifo Institut in München, vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Das Gutachten der Institute dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Prognose.

Herbstgutachten: Wirtschaftsforscher dämpfen Aussichten für deutsche Wirtschaft
Bettina Meier, ARD Berlin
27.09.2018 13:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. September 2018 um 12:00 Uhr.

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