Schweine- und Rindermastbetriebe

Deutsche Exportquoten Fleisch für "jeden chinesischen Kühlschrank"?

Stand: 18.01.2018 11:59 Uhr

Deutsche Bauern halten aus Sicht von Ministerin Hendricks zu viele Tiere und treiben die Exportquoten in die Höhe. Es könne nicht "jeder chinesische Kühlschrank" mit deutschem Schweinefleisch versorgt werden. 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat der deutschen Landwirtschaft vorgeworfen, die Exportquoten bedenkenlos in die Höhe zu treiben. "Es ist keine tragfähige Strategie, jeden chinesischen Kühlschrank mit Schweinefleisch aus Deutschland zu versorgen", sagte Hendricks der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Barbara Hendricks | Bildquelle: dpa
galerie

Zu viele Tiere auf zu wenig Fläche - Ministerin Hendricks kritisiert die deutschen Bauern.

Die Ministerin forderte, nur so viele Schweine, Rinder und Hühner zu halten, wie Boden zum Ausbringen von Mist und Gülle vorhanden sei. "In Deutschland werden in einigen Regionen zu viele Tiere gehalten. Das führt natürlich auch zu einer Belastung der Umwelt", sagte Hendricks weiter.

Zudem müsse die Agrarförderpolitik der Europäischen Union den Umweltschutz, die Artenvielfalt und das Tierwohl stärker berücksichtigen.

Kritik an Blockade des Agrarministers

Hendricks kritisierte, dass ein Gesetzesvorschlag aus ihrem Ministerium zur Eindämmung von Riesenställen nicht umgesetzt wurde. Das Landwirtschaftsministerium habe das in der vergangenen Legislaturperiode blockiert. "Auf Dauer werden es die Bürger im ländlichen Raum nicht hinnehmen, wenn überall Riesenställe gebaut werden", sagte die geschäftsführende Ministerin.

Schweine am Futtertrog in einem Mastbetrieb | Bildquelle: dpa
galerie

Massentierhaltung bedeutet wenig Platz für viele Schweine ...

Schwein der Rasse Schwäbisch-Hallische Landschwein | Bildquelle: dpa
galerie

... da geht es Artgenossen wie diesem Schwäbisch-Hällischen Schwein besser.

Bauernverband: Vor allem Pfoten und Ohren nach China

Der Deutsche Bauernverband (DBV) wies Hendricks' Kritik zurück: "Das ist schlicht plump", sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Drei Viertel der Schweinefleisch-Produktion würden in Deutschland verbraucht, 20 Prozent würden in Europa verkauft und nur fünf Prozent gingen in den außereuropäischen Export. Nach China würden vor allem in Europa schwer absetzbare Schweineteile wie Pfoten oder Ohren exportiert .

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2018 um 06:00 Uhr.

Darstellung: