Tengelmann-Geschäftsführer Karl-Erivan Haub

Kaiser's-Tengelmann-Filialen unter dem Hammer Haub will Edeka Vorkaufsrecht einräumen

Stand: 16.10.2016 17:27 Uhr

Ab morgen werden die knapp Kaiser's-Tengelmann-Filialen verkauft. Konzernchef Haub hat nun eine klare Präferenz für Edeka ausgesprochen: Wenn es "kartellrechtlich unproblematisch" sei, wolle er beim Filial-Verkauf Edeka den Vorzug geben.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub sieht beim bevorstehenden Einzelverkauf der Kaiser's-Tengelmann-Filialen ein bevorzugtes Zugriffsrecht für Branchenprimus Edeka. "Wenn Edeka Märkte von Kaiser's Tengelmann übernehmen will, die kartellrechtlich unproblematisch sind, dann hat Edeka für mich den Vorrang", sagte Haub dem "Handelsblatt".

Tengelmann-Geschäftsführer Karl-Erivan Haub

Gibt Edeka den klaren Vorzug: Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub

Haub will morgen die Zerschlagung der Supermarktkette einleiten. Interessenten werden dann aufgefordert, für jede einzelne der knapp 450 Filialen zu bieten. Auch Lager, Logistik und eigene Produktion kommen wohl auf die Resterampe.

Am Wochenende gab es noch keine Signale für mögliche weitere Gespräche der Handelskonzerne Edeka, Rewe, Markant und Norma, die dieses für die Beschäftigten ungünstigste aller Verfahren noch verhindern könnten. Laut Haub sind nun bis zu 8000 Stellen gefährdet.

Seit zwei Jahren versucht der Tengelmann-Inhaber, die Supermarktkette komplett an den Konkurrenten Edeka zu verkaufen. Da die Übernahme durch Klagen von Konkurrenten blockiert ist, will Tengelmann nun beginnen, die Standorte einzeln zu verkaufen. "Wir haben bereits viele Interessensbekundungen für Einzelfilialen erhalten", sagte Haub. Tengelmann werde versuchen, nicht nur einzelne Märkte, sondern möglichst große Pakete von Standorten zu vermarkten.

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 17. Oktober 2016 um 05:42 Uhr.

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KOMMENTARE

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rambospike 16.10.2016 • 22:50 Uhr

@Stuttgarter42 - 20:04

Zitat:"...dass ein Bankroteur wie Haub da mitsprechen darf! Nach dem Insolvenzrecht darf das nur ein Insolvenzverwalter. Nach dem Strafrecht müsste sein Vermögen eingezogen werden...." Herr Haub ist alles andere als insolvent. Er möchte sich nur (gewinnbringend) von seinen seit einigen Jahren Verluste schreibenden Kaisers-Läden trennen. Das ist sein gutes Recht. Ebenso könnte er diesen Geschäftszweig einfach liquidieren. Dann blieb allerdings kein einziger Arbeitsplatz erhalten. Also bei allem Unmut einfach mal den Ball flach halten. Gruß rambospike